Eine Person hält einen Stift und zeigt auf ein Laptop. Über dem Laptop sind Symbole wie ein Bankgebäude, ein Geldsack, ein Telefon, eine E-Mail und ein Schloss mit Warnsymbolen in Rot.
Thema: Verschiedenes | Datum: 24.09.2026
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„Traumjob“ oder Betrug?

Wenn Jobangebote zu gut klingen, um wahr zu sein

Wer kennt es nicht? LinkedIn-Nachrichten von vermeintlichen Recruitern sind für viele von uns keine Seltenheit. Doch Vorsicht: Nicht jedes Jobangebot ist seriös – und nicht jedes Profil echt.

Immer häufiger geben sich Kriminelle als Mitarbeitende von Personaldienstleistern, Headhuntern oder Unternehmen aus, um an Geld oder persönliche Daten zu gelangen. In extremen Fällen können die Betrüger*innen mit den gestohlenen Daten Identitätsdiebstahl begehen. Diese Art von Betrug nennt sich Recruitment Scam(auch Job Scam oder Fake Recruiter-Betrug). Besonders tückisch: Sie nutzen oft echte LinkedIn-Profile, um ihre Opfer zu täuschen.

Wie funktioniert der Betrug?

Die Personen gehen systematisch vor. Zuerst erfolgt die Kontaktaufnahme über LinkedIn oder per E-Mail. Dabei schreiben sie potenzielle Kandidat*innen an und geben sich als Recruiter eines bekannten Unternehmens oder einer Personalagentur aus. Die Nachrichten wirken professionell und enthalten echte Firmenlogos oder Signaturen. Oft kopieren die Betrüger*innen Profile echter HR-Mitarbeitenden, um Vertrauen zu schaffen und seriös zu wirken.

Auf einer E-Mail steht: "Hi, ich hoffe, es geht Ihnen gut. Mein Name ist Executive Recruiter. Ich kontaktiere Sie bezüglich einer vertraulichen Suche nach einem Board & Security Executive bei einer etablierten Organisation im Finanz- und Sicherheitsbereich. Ihr Hintergrund als Head of Corporate Security und Group Protective Security Manager sticht in unserem internen Auswahlprozess hervor. Diese Gelegenheit ist für Führungskräfte gedacht, die messbare Ergebnisse erzielen und Unternehmensleistungen beeinflussen. Beste Grüße, Executive Recruiter."

Auch sonst sind sie um keine Ausrede verlegen:

Eine E-Mail-Konversation, die Informationen zu einer vertraulichen Führungsmöglichkeit enthält. Der Absender spricht über die Verwendung persönlicher E-Mail-Adressen während der ersten Phase und bietet an, über LinkedIn in Kontakt zu treten. Wichtige Punkte sind die Vertraulichkeit der Kommunikation und die Bitte um einen Lebenslauf für interne Benchmarking-Zwecke.

Den Täter*innen geht es um persönliche Daten, daher bitten sie beispielsweise um:

  • Lebenslauf (CV)
  • Kopien von Ausweisdokumenten (Personalausweis, Reisepass)
  • Steuer- oder Sozialversicherungsnummern
  • Bankverbindungen (angeblich für Gehaltsabrechnungen)
  • Kopien von Zeugnissen oder Zertifikaten

Sie behaupten, die Unterlagen seien für eine „Vorab-Prüfung“ oder für einen „Compliance-Check“ nötig. Die Täter*innen machen ein fiktives Jobangebot, das besonders lukrativ klingt (z. B. hohe Gehälter, Homeoffice, internationale Positionen) oder schicken Links auf Phishing-Seiten, die wie echte Karriereportale aussehen. Wenn eine Identitätsprüfung im Rahmen der „Bewerbung“ verlangt wird, ist besondere Vorsicht geboten – über diese Betrugsmasche berichten wir in den Beiträgen „Von der Traumwohnung zum Albtraum“ und „Von wegen Traumjob…!“ . Die persönlichen Daten gehen direkt an die Betrüger*innen. Erhalten die Personen darüber hinaus Zugang auf sensible Unternehmensinformationen, steht auch die Gefahr der Industriespionage im Raum.

Wie erkennt man einen Fake Recruiter?

Die Warnsignale für einen Recruitment Scam sind nicht immer so offensichtlich wie in dem gezeigten Beispiel, wo die Kontaktaufnahme über ein gmail.com Konto offensichtlich verdächtig war. Es gibt darüber hinaus noch weitere Warnsignale, an denen man einen Betrugsversuch erkennen kann.

  1. Ungewöhnliche Kommunikationswege: Die Betrüger*innen nutzen oft private E-Mail-Adressen oder Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Telegram.
  2. LinkedIn-Profil: Die Profile haben keine oder nur wenige Verbindungen, ein gestohlenes Profilbild oder sehr generische Infos, die von echten Profilen kopiert sind.
  3. Dringlichkeit und Druck: „Das Angebot ist nur heute gültig!“ oder „Sie müssen sofort Ihre Daten schicken!“ sind klassische Betrugsmaschen.
  4. Anfrage nach sensiblen Daten: Kein seriöses Unternehmen verlangt vor einem Vertragsabschluss Ausweisdokumente, Bankdaten, Passwörter oder Gebühren für „Bewerbungsbearbeitung“.
  5. Unplausible Jobangebote: Zu gut, um wahr zu sein? Extrem hohe Gehälter für einfache Jobs, keine Qualifikationen nötig, sofortige Zusage – das sind rote Flaggen.
  6. Grammatik- und Rechtschreibfehler: Viele Scam-Nachrichten enthalten schlechte Übersetzungen oder offensichtliche Fehler.

Wie geht man mit einer Kontaktaufnahme um?

  1. Das LinkedIn Profil oder die Ausgangsnachricht nach den oben genannten Punkten prüfen.
  2. Fake-Profil auf LinkedIn melden (über das drei Punkte Menü als „Falsche Identität“ oder „Betrug“).
  3. Nicht antworten und keine Daten preisgeben! Kontakt einfach ignorieren oder abbrechen.

Daten bereits preisgegeben? Sofort handeln!

  • Ausweisdokumente versendet? Polizei informieren und ggf. einen neuen Ausweis beantragen.
  • Bankdaten weitergegeben? Konto sperren und die Bank informieren.
  • Passwörter preisgegeben? Betroffenen Passwörter sofort ändern und ggf. die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.
  • Identitätsdiebstahl? Anzeige bei der Polizei erstatten.

Fazit: Wachsam bleiben!

Recruitment Scams werden immer professioneller und durch künstliche Intelligenz haben die Betrüger*innen mehr Möglichkeiten, authentisch und vertrauensvoll zu wirken. Doch gilt: Klingt ein Jobangebot zu gut, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch.

Interesse an einer Position bei der TARGOBANK? So kommunizieren wir:

  1. TARGOBANK Recruiter nutzen nur betriebliche E-Mail-Adressen.
  2. Bei uns kann die erste Kontaktaufnahme auch über LinkedIn oder Xing erfolgen, andere private Kanäle nutzen wir allerdings nicht.
  3. Wir fragen keine sensiblen Daten oder persönlichen Details ab, wie beispielsweise Bankkonten oder Ausweiskopien.
  4. Transparenz ohne Druck: Wir nehmen uns Zeit, kommunizieren auf Augenhöhe und geben Einblicke in den Alltag bei der TARGOBANK.
Bildquellen: Adobe Stock - sarach
Redaktion: voilà-Redaktion

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