Thema: Finanztipps | Datum: 27.03.2026
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Versicherungen

Was brauche ich und wann?

Ausbildungsstart, erste eigene Wohnung, Berufseinstieg oder Familiengründung – bei all diesen Schritten stellt sich die Frage: Welche Versicherungen benötige ich jetzt eigentlich? Welche sind gesetzlich vorgeschrieben, empfehlenswert oder nur in bestimmten Situationen sinnvoll? Die Antwort hängt davon ab, in welcher Lebensphase man sich gerade befindet. Ein Überblick über die jeweils relevanten Versicherungen.

Ausbildung, Studium, erster Job

Mit dem Start ins eigene Leben wächst auch die eigene finanzielle Verantwortung. Diese Versicherungen sind dabei besonders relevant.

Alle Personen mit Wohnsitz in Deutschland müssen über eine gesetzliche oder private Kranken- und Pflegeversicherung verfügen. Junge Menschen können unter bestimmten Voraussetzungen zunächst über ihre Eltern mitversichert sein, meist bis zum 25. Lebensjahr und nur bei geringem Einkommen. Mit Beginn einer vergüteten Ausbildung oder sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung endet die Familienversicherung in der Regel und eine eigene Krankenversicherung wird erforderlich. Sind die Eltern privat versichert, müssen junge Erwachsene entscheiden, ob sie privat versichert bleiben oder sich gesetzlich versichern möchten. Die Pflegeversicherung ist dabei automatisch an die Krankenversicherung gekoppelt.

Eine private Haftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt. Bei Personen-, Sach- oder Vermögensschäden haftet man sonst privat. Ein Personenschaden entsteht etwa, wenn jemand durch ein Missgeschick verletzt wird – wie im Fall eines Radfahrers, der durch eine unachtsam geöffnete Autotür zu Fall kommt. Auch ein geplatzter Waschmaschinenschlauch, der die Wohnung des Nachbarn flutet, kann schnell sehr teuer werden.

Eine Berufsunfähigkeit kann existenzbedrohend sein. Am häufigsten sind psychische Erkrankungen, Krebs sowie Skelett- und Rückenerkrankungen die Ursache. Zwar gibt es für Angestellte eine staatliche Erwerbsminderungsrente als Grundabsicherung, doch reicht diese in den meisten Fällen nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Zudem wird dabei nur geprüft, ob man überhaupt noch einer anderen Tätigkeit nachgehen könnte – nicht, ob der erlernte Beruf ausgeübt werden kann. Die Berufsunfähigkeitsversicherung schließt diese Lücke, indem sie das Einkommen absichert, wenn man aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten kann. Für Selbstständige ist sie unverzichtbar, da bei ihnen häufig jede weitere Absicherung fehlt. Wer früh abschließt, profitiert in der Regel von günstigeren Beiträgen und muss weniger Vorerkrankungen angeben.

Angestellte und Auszubildende sind automatisch rentenversicherungspflichtig. Bei Selbstständigen sind dagegen nur bestimmte Berufsgruppen gesetzlich pflichtversichert, darunter Handwerker, Lehrer und Pflegepersonen. Alle anderen Selbstständigen können sich auf Antrag pflichtversichern oder freiwillige Beiträge zahlen, um Rentenansprüche aufzubauen. Auch Eltern, für die Kindererziehungszeiten angerechnet werden, gelten in dieser Zeit als pflichtversichert. Unabhängig davon lohnt sich eine zusätzliche private Altersvorsorge, um die gesetzliche Rente aufzustocken.

Erste Wohnung, erstes Auto

Mit dem Einzug in die erste eigene Wohnung und dem ersten eigenen Auto wachsen die Verantwortlichkeiten – und damit auch der Versicherungsbedarf. Denn nicht alle Risiken sind automatisch abgedeckt.

Eine Hausratversicherung ist für Mieter sinnvoll, weil sie das bewegliche Eigentum in der Wohnung gegen typische Risiken absichert – zum Beispiel Möbel, Elektronik oder Kleidung. Abgedeckt sind unter anderem Schäden durch Brand, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruchdiebstahl und Vandalismus. Je nach Tarif ist der Schutz sogar weltweit gültig, etwa bei einfachem Diebstahl aus Hotelzimmern.

Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten eines Rechtsstreits – etwa für Anwalt und Gericht. Das kann hilfreich sein, wenn es um Mietstreitigkeiten, Arbeitsrecht, Verkehrsrecht oder Vertragsangelegenheiten geht.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie übernimmt Schäden, die man mit dem Fahrzeug anderen zufügt – darunter Schäden an Personen, Fahrzeugen oder Sachen. Schäden am eigenen Fahrzeug sind nicht versichert.

Teilkasko- und Vollkaskoversicherungen sind freiwillige Ergänzungen zur Kfz-Haftpflicht. Die Teilkasko deckt unter anderem Schäden am eigenen Fahrzeug durch Diebstahl, Sturm, Hagel, Brand oder Wildunfälle ab. Die Vollkasko umfasst zusätzlich selbst verschuldete Unfälle oder Vandalismus und beinhaltet immer auch die Teilkaskoleistungen.

Eine private Unfallversicherung leistet bei gesundheitlichen Folgen eines Unfalls – sei es zum Beispiel durch eine Invaliditätszahlung oder eine Rente. Da die gesetzliche Unfallversicherung nur bei Arbeitsunfällen und auf dem Arbeitsweg greift.

Familie und langfristige Verpflichtungen

Mit Partner, Kindern oder einer eigenen Immobilie ändern sich die Prioritäten – und manche Versicherungen werden jetzt wichtiger denn je.

Eine Wohngebäudeversicherung ist ausschließlich für Eigentümer relevant, weil sie nicht den Hausrat, sondern das Gebäude selbst schützt – also Wände, Dach, Fenster und fest eingebaute Bestandteile. Sie deckt ähnliche Risiken wie die Hausratversicherung ab, etwa Brand, Leitungswasser sowie Sturm- und Hagelschäden. Zusätzliche Elementargefahren wie Überschwemmung oder Erdrutsch müssen separat über eine Elementarversicherung eingeschlossen werden.

Eine Krankentagegeldversicherung kann ergänzend zur gesetzlichen Krankenversicherung abgeschlossen werden, damit auch bei längerer Krankheit die laufenden Kosten gedeckt sind. Sie ist besonders wichtig für Selbstständige, da bei ihnen das Einkommen direkt wegfällt. Angestellte erhalten bei einer Erkrankung sechs Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber. Danach zahlt die gesetzliche Krankenkasse ein Krankengeld, das jedoch deutlich unter dem regulären Einkommen liegt. Eine private Krankentagegeldversicherung kann diese Einkommenslücke schließen und ist daher auch für Angestellte eine sinnvolle Ergänzung.

Eine Risikolebensversicherung zahlt im Todesfall eine vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen – ohne Sparkomponente, dafür aber meist zu deutlich günstigeren Beiträgen als eine Kapitallebensversicherung. Sie empfiehlt sich besonders, wenn Familie oder Partner finanziell vom eigenen Einkommen abhängig sind.

Eine Kapitallebensversicherung verbindet Todesfallschutz mit langfristigem Sparen und zahlt im Todesfall oder am Ende der Laufzeit eine vereinbarte Summe aus. Sie eignet sich für Menschen, die Hinterbliebene absichern und gleichzeitig planmäßig Vermögen aufbauen möchten. Wegen der inzwischen niedrigen Garantiezinsen wird sie aber seltener empfohlen. Viele Experten sehen eine Risikolebensversicherung und einen separaten Sparplan als die flexiblere Alternative.

Eine Sterbegeldversicherung dient dazu, die Kosten einer Bestattung abzusichern. Sie ist vor allem für ältere Menschen eine Überlegung wert, die ihre Angehörigen im Todesfall nicht mit diesen Kosten belasten möchten.

Verzichtbare Versicherungen

Nicht jede Versicherung lohnt sich wirklich. Policen für Smartphones oder Elektrogeräte sind oft teuer im Verhältnis zum versicherten Wert und enthalten häufig Ausschlüsse. Glasschäden halten sich kostenmäßig meist in einem Rahmen, den man gut selbst tragen kann. Reiseversicherungen sind oft bereits über eine Premium-Kreditkarte abgedeckt – etwa Auslandskrankenversicherung, Reiserücktritt oder Gepäck.

Fazit

Versicherungen sollten sich an der eigenen Lebensrealität orientieren und regelmäßig überprüft werden, da sich die individuelle sowie die gesetzliche Situation verändern kann. Entscheidend ist, existenzielle Risiken konsequent abzusichern: Tod, Krankheit, Haftung gegenüber Dritten, Verlust der Arbeitskraft.

ACM Deutschland – neuer Versicherungspartner der TARGOBANK

Kundinnen und Kunden der TARGOBANK steht seit dem 1. Januar 2026 ein neues Versicherungsangebot zur Verfügung. Mit dem Jahreswechsel startete unter dem Namen ACM Deutschland das konzerneigene Versicherungsangebot. TARGOBANK und ACM Deutschland sind Beteiligungsgesellschaften der TARGO Deutschland GmbH – die wiederum zur französischen Crédit Mutuel Alliance Fédérale gehört. Zum Start bietet ACM Deutschland neue Versicherungslösungen in den Bereichen Altersvorsorge, Kredit-, Unfall- und biometrische Versicherungen wie Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherungen – eine weitere Diversifikation soll folgen. Das neue Angebot zeichnet sich besonders durch eine sehr hohe Beratungsqualität aus.

Bildquellen: istock-PeopleImages
Redaktion: Sonja Glock

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