Eine Person sitzt auf einem blauen Sofa in einem modernen Raum mit Pflanzen im Hintergrund. Die Person trägt ein weißes Hemd mit einem roten Krawatte und hat ein Abzeichen auf der linken Brust. Die Hände sind entspannt auf dem Arm des Sofas abgelegt.
Thema: Menschen | Datum: 29.06.2026
 | 6 Minuten Lesezeit

Zähler für Views, Likes und Kommentare dieses Artikels

Anzahl der Views

Über den Mut, man selbst zu sein

Interview mit Tatjana Hansen zum Pride Month

Tatjana Hansen identifiziert sich als queer und macht bei der TARGOBANK eine Ausbildung zur Bankkauffrau. In einem Interview erzählt sie uns von ihren Herausforderungen im Alltag und wie sie die Unternehmenskultur erlebt.

Tatjana Hansen hat aufgrund ihrer queeren Identität schon negative Erfahrungen im Berufsleben gemacht. Anders bei der TARGOBANK: Zugehörigkeit und Vielfalt sind hier grundlegende Werte, die jede und jeder aktiv lebt. In einem Gespräch mit ihr wollen wir wissen, wie sie ihren Arbeitsalltag bei der TARGOBANK wahrnimmt und wie wir dafür sorgen können, dass sich queere Menschen im Arbeitskontext gehört, akzeptiert und integriert fühlen – auch über den Pride Month hinaus.

Hallo Tatjana. Danke, dass du dir Zeit für ein Gespräch mit uns nimmst. Erzählst du uns zu Beginn, wie du zur TARGOBANK gekommen bist?

Tatjana: Sehr gerne! Im August 2024 habe ich meine Ausbildung zur Bankkauffrau in der Filiale Mönchengladbach gestartet. Als Schülerin hätte ich mich eigentlich im Radio gesehen. Aber als die Berufswahl konkreter wurde, habe ich mich nach einem stabilen und zukunftsfähigen Arbeitskontext gesehnt. Ich mag Mathe und habe ein gutes Zahlenverständnis, da ist die Ausbildung in der Bank sehr nahliegend.

Eine Gruppe von vier Personen posiert in der Mitte einer bunten Straße, die von Graffiti umgeben ist. Die Straße hat eine Regenbogenfarbgestaltung. Im Hintergrund sind weitere Menschen und Geschäfte zu sehen. Die Gruppe macht eine Selfie-Pose, während sie in die Kamera lächelt.
Tatjana Hansen mit „Allies“ (Unterstützer*innen) in Island

In meiner Freizeit spielen Medien aber weiterhin eine große Rolle. Ich mag Gaming, Fantasy Rollenspiele und habe Spaß daran, Videos zu drehen und zu schneiden. Ich kombiniere diese Leidenschaft mit meinem Engagement für queere Rechte und nehme an verschiedenen CSDs (Christopher Street Day) teil. Ich identifiziere mich als queer. Darum ist es mir wichtig, gemeinsame Erlebnisse mit der Community zu teilen und diese zu repräsentieren. Ich möchte möglichst viele Menschen, auch durch meinen privaten Video-Content, ermutigen, sie selbst zu sein. Deshalb freue ich mich auch sehr, dass mir die TARGOBANK die Plattform gibt, offen darüber zu sprechen.

Super, dann sind wir auch direkt beim Thema. Kannst du uns mehr von deinen persönlichen Erfahrungen im Arbeitsumfeld erzählen? Welche Hürden erlebst du in deinem Arbeitsleben, die anderen vielleicht gar nicht bewusst sind?

Tatjana: Ich bin sehr gefestigt in meiner Identität, bezeichne mich seit 2021 als nicht binär, und benutze die Pronomen (sie/ihr). Während ich in meinem privaten Umkreis viel Liebe und Akzeptanz erfahre, sah das bei meinem Einstieg in die Berufswelt leider anders aus. Bevor ich zur TARGOBANK kam, hatte ich mich auch bei anderen Unternehmen beworben, die mich offenkundig aufgrund meiner Identität ablehnten. Oft habe ich mich schon im Gespräch unwohl und stigmatisiert gefühlt. Bei der TARGOBANK war das von Anfang an anders.

Manchmal sprechen mich Leute aufgrund meines Aussehens mit „Herr Hansen“ an. Da korrigiere ich sehr freundlich, damit es der anderen Person nicht unangenehm ist. Teils führen mein Erscheinungsbild und Kleidungsstil auch zu einem kurzen Aufschrei oder Verwirrung, wenn ich die Damentoilette nutze. Im Alltag als Bankkauffrau treffe ich teils auf Inakzeptanz und Irritation von Kund*innen, die ich dann mit meiner Kompetenz zu überzeugen versuche. Was mich allerdings besonders bedrückt, ist, wenn ich mich nicht ernst genommen fühle und mich nochmal extra beweisen muss. Im schlimmsten Fall weiß ich, dass mein Team und meine Arbeitgeberin hinter mir stehen, was mir sehr viel Sicherheit gibt. Diese Stütze hat leider nicht jede queere Person.

Zwei Personen stehen vor einer Wand mit dem Logo der TARGOBANK. Die Frau links trägt einen weißen Blazer und hat lange blonde Haare. Die Person rechts trägt einen dunklen Anzug und ein hellblaues Hemd. Beide Personen lächeln.
Tatjana Hansen mit ihrer Ausbilderin Heike Holz

So nehmen queere Menschen Ihr Arbeitsumfeld war: (Quelle: DIW 2020)

  • Etwa 30 Prozent der Menschen, die sich als queer identifizieren, erleben Diskriminierung am Arbeitsplatz
  • Etwa 40 Prozent der Befragten sprechen nicht offen mit ihren Vorgesetzten und etwa 31 Prozent nicht mit Kolleg*innen über ihre queere Identität und verheimlichen diese bewusst
  • Queere Menschen wünschen sich vor allem eins: eine offene Unternehmenskultur und ein positives Arbeitsklima, das niemanden aufgrund der Identität ausschließt oder benachteiligt

Laut Studien trauen sich viele queere Menschen nicht, offen mit Kolleg*innen und Vorgesetzten über ihre geschlechtliche Identität oder sexuelle Orientierung zu sprechen. Wer oder was hat dazu beigetragen, dass du bei der TARGOBANK offen damit umgehen kannst?

Tatjana: Ich habe mich schon im Bewerbungsverfahren sehr wohl gefühlt. Meine Gesprächspartner*innen haben mich einfach als Mensch empfangen, ohne Labels oder Vorurteile. In meiner bisherigen Zeit bei der TARGOBANK habe ich eine sehr offene und herzliche Unternehmenskultur erlebt. Sowohl im Team als auch bei Seminaren in Radevormwald fühle ich mich sehr willkommen. Meine Kolleg*innen und meine Ausbilderin machen es mir sehr leicht, offen ich selbst zu sein.

Ich beantworte auch gerne Fragen, beispielsweise nach meinen Pronomen oder über die queere Szene.

Eine Gruppe von zehn Personen in bunten Kostümen steht im Empfangsbereich. Einige tragen Tierkostüme, andere haben bunte Overalls an. Eine Person hält ein großes Kassettenradio. Im Hintergrund ist ein Empfangstresen mit einem Schild und Luftballons zu sehen.
Tatjana Hansen feiert mit dem Team der Filiale Mönchengladbach Karneval

Schön, dass du diese Akzeptanz und den Rückhalt spürst. Aber sicher gibt es auch bei der TARGOBANK noch Verbesserungspotenziale?

Tatjana: In den sozialen Medien positioniert sich die TARGOBANK sehr klar zum Thema Diversität und beteiligt sich am Pride Month, das finde ich super. Tatsächlich vermisse ich die Bank beim CSD. Die TARGOBANK engagiert und präsentiert sich beim Fußball, beim Karneval und auf verschiedenen Kulturfesten, warum nicht auch auf dem Christopher Street Day? Damit könnten wir als Unternehmen nochmal ein klares Zeichen dafür setzen, dass bei uns jede Identität willkommen ist.

Außerdem fände ich es gut, wenn in Videos wie beispielsweise im Starter-Seminar oder WBTs (Web based trainings) nicht nur klassisch heterogen von Männern und Frauen gesprochen wird. Eine inklusivere Ansprache in Kommunikationsformaten vermittelt Menschen wie mir ein Gefühl von echter Zugehörigkeit.

Ich wünsche mir, dass es irgendwann selbstverständlich ist, queeren Menschen in jedem Berufsumfeld zu begegnen. Dafür sind auch Räume, Plattformen und Netzwerke wichtig, in denen wir Rollenvorbilder sehen und uns untereinander austauschen können. Ich kenne bislang leider noch keine anderen queeren Kolleg*innen in der TARGOBANK und würde mich sehr über Austauschmöglichkeiten oder Communities freuen.

Vielen Dank für diese wertvollen Insights. Was ist dir abschließend noch wichtig?

Tatjana: Ich möchte allen Lesenden nochmal mitgeben: Seid ihr selbst, versteckt euch nicht!  Zusammen können wir für mehr Authentizität und Akzeptanz am Arbeitsplatz sorgen. Ich hoffe, dass ich anderen mit meinen Erfahrungen Mut mache. Denn ich bin überzeugt, dass man nur sein Bestes geben kann, wenn man sich rundum wohlfühlt. Bei der TARGOBANK gilt definitiv: Diversität ist spürbar und eine Bereicherung für alle.

Danke für das offene Gespräch, Tatjana!

Tatjana Hansen wirkt in der neuen Azubi-Kampagne der TARGOBANK mit, die Sie in Kürze auf unterschiedlichen Kanälen sehen werden. Darin berichtet die 26-jährige Azubine über ihre positiven Erfahrungen mit Kolleg*innen im Umgang mit ihrer queeren Identität.

Eine umfassende Übersicht zum Thema „Queer at work“ hat das Queere Zentrum Mannheim in einer Broschüre zusammengefasst. Über die Initiativen der TARGOBANK berichten wir außerdem im Diversity Report 2025.  Eine weitere Ressource ist die „PROUT AT WORK-Foundation“, die sich für Chancengleichheit am Arbeitsplatz einsetzt.

Redaktion: Alena Niestrat | Melanie Herber

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um diesen Artikel zu kommentieren

Ähnliche Artikel