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Marktkommentar von TARGOBANK Chefvolkswirt Otmar Lang

Brexit, EZB- und FED-Entscheidungen – TARGOBANK Chefvolkswirt Otmar Lang kommentiert regelmäßig das aktuelle Geschehen rund um die Wirtschaftslage.

TARGOBANK Chefvolkswirt Otmar Lang zur aktuellen Wirtschaftslage

Düsseldorf, 27. Oktober 2022

Die Angst vor der Rezession zwingt zum entschlossenen Handeln

Aktuell hofft die EZB mit ihrer harten Linie weiterhin ein Ausufern der Inflationserwartungen an den Finanzmärken verhindern zu können. Die Chancen stehen hierfür nicht schlecht. Die Energiepreise, vor allem der Gaspreis, sind auf dem Rückzug. Allein schon ihre Stabilisierung begrenzt einen weiteren Inflationsanstieg. Ihr überraschend schneller Rückgang lässt bereits heute auf eine Verringerung der Teuerungsrate spätestens in 2023 um mindestens vier Prozentpunkte schließen – wenn sich der Rückgang als dauerhaft herausstellen sollte. So sind bisher auch nur Anfänge einer Lohn-Preis-Spirale auszumachen, flächendeckend ist diese noch nicht losgetreten. Der EZB-Rat hofft, nachdem er die Zinsen heute nochmals um 0,75 Prozentpunkte erhöht hat und diese im Dezember abermals dann vielleicht nur noch um 0,50 Prozentpunkte nach oben schleust, dass der Job erledigt ist.

Ob der EZB-Rat so viel Glück haben wird und sich 2023 alles zum Guten wendet, ist noch nicht abzusehen. Auch wenn die Inflationsrisiken abnehmen sollten, die Gefahr einer mittelschweren Rezession im Euroraum steigt schneller und manifestiert sich mit fast allen Datenveröffentlichungen zur aktuellen Konjunkturentwicklung immer mehr. Doch dass die hohen Inflationsraten mittelfristig eine sehr hartnäckige Wachstumsbremse sind, haben inzwischen auch die Tauben im EZB-Rat verinnerlicht. So zieht der ganze Rat in der aktuellen Lage kontinuierlich am gleichen Strang und gibt damit ein entschlossenes Bild ab. Damit ist noch kein erfolgreiches Handeln garantiert, aber es sieht erfolgsversprechend aus. Die Angst vor der Rezession in 2023 hat sie alle in die gleiche Spur gebracht.

Marktkommentar: Archiv seit 2020

    1. „Bravo, EZB! Ein Anfang ist gemacht!“ (8. September 2022)

      Die Europäische Zentralbank hat heute den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte erhöht und hält sich die Tür für weitere Zinsschritte in den kommenden Monaten weit offen. Bravo! Offensichtlich haben inzwischen auch die Tauben – also die Verfechter einer lockeren Geldpolitik – begriffen, dass längst nicht mehr nur die Reputation von EZB-Chefin Christine Lagarde auf dem Spiel steht, sondern dass die gesamte Institution ihre Glaubwürdigkeit verliert. Nämlich dann, wenn es ihr nicht gelingt, die langfristigen Inflationserwartungen wieder zu stabilisieren und die Abwärtsspirale des Euro zu brechen.

      Doch die Herausforderungen sind groß, vielleicht sogar riesig: Das Inflationsproblem im Euroraum können die Währungshüter nicht aus eigener Kraft lösen. Denn mit monetären Mitteln lassen sich weder Energiereserven herzaubern, noch Energiepreise senken, noch die Dauer der Energiekrise verkürzen. Zudem steht der Euroraum vor einer Rezession, die vielleicht nicht so stark ausfällt wie beim Ausbruch der Corona-Pandemie, dafür aber deutlich länger anhalten kann.

      In diesem extrem schwierigen Umfeld scheint die EZB jetzt endlich richtig zu handeln. Sie nutzt den zeitlichen Spielraum, den sie bis zum Ausbruch dieser Rezession hat, um die Zinsen deutlich nach oben zu schleusen. Ein Anfang ist gemacht.

    1. „EZB: Entscheidung wider Willen“ (21. Juli 2022)

      Die EZB hat den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte erhöht. Sie konnte nun wirklich nicht mehr anders. Denn wie hätte die europäische Notenbank erklären sollen, dass trotz Inflationsraten von über 8 Prozent die Leitzinsen im Euroraum immer noch keiner Anpassung bedürfen?

      Die Glaubwürdigkeit der EZB ist ohnehin erschüttert. Mit Ausnahme von Japan haben längst alle anderen bedeutenden Notenbanken gehandelt.

      Ist die Zinsanhebung von heute also eine Entscheidung wider Willen? Zumindest könnte man weiterhin den Eindruck haben, dass die EZB im Herzen keine wirkliche Verschärfung der Geldpolitik wünscht. Denn warum sonst sollte sie – wie heute offiziell geschehen – ein neues geldpolitisches Instrument vorstellen, um eine sogenannte Fragmentierung des Rentenmarktes zu verhindern?

      Die politischen Motive der europäischen Geldpolitik sind mehr als sichtbar. Was die Finanzmärkte davon halten, auch: Der Eurokurs schwächelt weiter. Dass es einmal soweit kommen würde, hätten sich die deutschen Gründerväter des Euro nie vorstellen können.

    1. „Hase und Igel-Spiel mit der Inflation“ (9. Juni 2022)

      Die geldpolitische Wende ist eingeleitet: Das Hase und Igel-Spiel – der Wettlauf Inflation gegen EZB – nimmt Fahrt auf. Nachdem sich Christine Lagarde lange gesträubt hatte, die hohen Inflationsraten als ein ernsthaftes Problem anzuerkennen, verkündete sie Ende Mai ein Ende der negativen Zinssätze noch im dritten Quartal. Heute wurde sie präziser: Die Zinsen sollen im Juli um 0,25 Prozentpunkte ansteigen, weitere Schritte in den folgenden Sitzungen sind wahrscheinlich.

      Zumindest für die Finanzmärkte kommt der Schwenk der obersten Währungshüterin zu spät. Viele Banken preisen bereits für 2023 eine Rezession ein. Kommt diese tatsächlich – und die Wahrscheinlichkeit steigt zurzeit täglich – hat die EZB nicht viel Zeit, um ihre geldpolitische Wende umzusetzen. Die angedachten Zinsschritte geben Europas Währungshüterin nur ein kleines Sicherheitsnetz, um im Falle einer nachlassenden Konjunktur im kommenden Jahr die Zinsen wieder zu senken.

      Es zeichnet sich ein klassischer Hase-Igel Wettlauf gegen die Inflation ab, den die EZB bereits am Start zu verlieren scheint. So sehr man ihr zum vollzogenen geldpolitischen Schwenk gratulieren möchte, so nahe liegt das Bedauern, dass sie damit eventuell zu spät dran ist.

    1. „Frau Lagarde, so geht das!“ (4. Mai 2022)

      Die US-Notenbank hat zweifelsohne aus ihren Fehlern der Vergangenheit gelernt. In der Coronapandemie hatte sie es versäumt, auf die sehr laxe US-Fiskalpolitik geldpolitisch zu antworten. Jetzt korrigiert sie das mit dem wohl straffsten geldpolitischen Anpassungskurs seit mehr als 30 Jahren.

      Die heutige Anhebung der US-Leitzinsen um 0,50 Prozentpunkte war keine Überraschung, auch die Ankündigung einer Verkürzung der US-Notenbankbilanz nicht. Der geldpolitische Ausblick der FED entsprach ebenfalls weitestgehend den Erwartungen. Die Leitzinsen werden in den kommenden Monaten weiter steigen, wahrscheinlich zunächst um jeweils 50 Basispunkte. Der starke Anstieg des US-Lohnkostenindex auf das höchste Niveau seit mehr als 20 Jahren ist dabei das stärkste Argument.

      Wo liegen die Risiken? Die US-Inflation könnte in den kommenden Monaten wider Erwarten weiter ansteigen und die US-Leitzinserwartungen noch stärker nach oben katapultieren. Denn kurzfristig sieht es nicht nach einem Ende des Kriegs in der Ukraine aus, eine immer stärkere Sanktionierung russischer Energie ist also wahrscheinlich. Zudem könnte sich der anhaltende Lockdown in Peking auf andere chinesische Großregionen ausweiten, was die Lieferengpässe in der westlichen Welt massiv verschärfen würde.

      Der FED könnte es also gelingen, trotz hoher Inflationsraten zumindest die Inflationserwartungen wieder rasch in den Griff bekommen. Wenn der mittelfristige Preis-Ausblick eine Besserung verspricht, ist das für die Kapitalmärkte eine gute Nachricht. Erst im ersten Halbjahr 2023 dürfte sich dann zeigen, ob die US-Konjunktur durch diese Maßnahmen vollends abgewürgt wird.

      Insgesamt hat die aktuelle Notenbankpolitik der FED zur Bekämpfung des Preisauftriebs sehr gute Noten verdient. Die EZB sollte sich daran ein Beispiel nehmen: Frau Lagarde, so geht das!

  1. „Die EZB braucht dringend einen Befreiungsschlag“ (14. April 2022)

    Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen bei -0,5 Prozent belassen – und das bei Inflationsraten von knapp 8 Prozent. Eigentlich ein untragbarer Zustand. Was die Finanzmärkte jetzt brauchen, sind Taten, nicht nur Worte. Ja, es findet sich immer ein Grund, die Zinsen nicht anzuheben. Ja, es ist völlig offen, wie sich der Ukraine-Krieg auf die Konjunktur und insbesondere ein kompletter Energie-Import-Stopp aus Russland auswirkt. Doch korrigieren, wenn es notwendig ist, kann man immer noch.

    Die EZB braucht dringend einen Befreiungsschlag. Die europäischen Währungshüter sollten sich an der Vorgehensweise der Fed ein Beispiel nehmen. Die amerikanische Notenbank lässt seit Wochen sehr deutlich durchklingen, dass für sie der Kampf gegen die Inflation klar im Vordergrund steht. Befindlichkeiten auf dem Aktienmarkt, die in der Vergangenheit durchaus eine wichtige Rolle gespielt hatten, scheinen zweitrangig. Auch Konjunkturbedenken werden vorerst weggewischt. Diese Vorgehensweise signalisiert Null-Toleranz mit der aktuellen US-Preisentwicklung und das eindeutige und primäre Ziel, die Inflationserwartungen schnellstmöglich zu dämpfen und damit auch den Inflationsdruck zu brechen.

    Diese Botschaft fehlt der EZB. Zwar werden die Inflationsgefahren inzwischen klar umrissen. Auch die Bereitschaft, sich gegen den Preisauftrieb zu stemmen, ist deutlich. Doch es wird immer noch zu viel taktiert, abgewogen und letztendlich aufgeschoben. So lässt sich eine Lohn-Preis-Spirale im Euroraum perspektivisch nicht aufhalten oder gar verhindern. Dafür hätte EZB-Chefin Christine Lagarde heute klare Ansagen mit klaren Handlungsvorgaben machen müssen. Dann hätte sie sich – ähnlich wie die Fed – auch den Respekt an den Finanzmärkten zurückerobert.

    Solange sich die EZB nicht endlich auf die ersten Zinsschritte festlegt, vergrößert sie den Schlamassel, in den sie sich gleichzeitig immer weiter hineinmanövriert.

  2. „Trotz Krieg: Geldpolitischer Ton wird rauher“ (10. März 2022)

    Die EZB probiert die Quadratur des Kreises. Zum einen will sie ihr Anleiheankaufprogramm schneller zurückfahren als bisher geplant. Zum anderen aber hat sie kein Enddatum für die Anleihekäufe definiert. Außerdem will sie mehr Zeit zwischen der Beendigung des Quantitative Easings und der ersten Zinserhöhung verstreichen lassen. Zuletzt wurde dieser Zeitraum noch mit „bald“ (shortly) umschrieben. Jetzt heißt es: „mehr Zeit“ (some time). Was das aber genau bedeutet, bleibt offen. Klar ist nur: Der geldpolitische Ton der EZB ist rauher geworden.

    Offensichtlich gibt es in der EZB zwei Lager: Die einen streben eine baldige geldpolitische Verschärfung an, die anderen wollen – auch wegen des Ukraine-Konflikts – abwarten. Die heutigen Formulierungen von Christine Lagarde erwecken den Eindruck, dass die Falken, also die Gruppe, die eine geldpolitische Verschärfung in näherer Zukunft wünschen, weiter an Einfluss gewinnen.

    Die heutige Botschaft scheint auf den ersten Blick etwas verworren. Doch bei der Betrachtung der EZB-Statements in den letzten Wochen und Monaten ist eine klare Linie zu erkennen: Ihre Handlungsbereitschaft, die Geldpolitik zu verschärfen wird von Monat zu Monat größer. Daran hat auch der Ukraine-Konflikt nichts geändert, der eigentlich etwas mildere Formulierungen zur kurzfristigen Ausrichtung der Geldpolitik hätte erwarten lassen. Dass diese nicht kamen, ist möglicherweise ein Hinweis darauf, dass die EZB die Inflationsgefahren lange Zeit nicht ernst genug genommen hat.

  3. „Die EZB hat begriffen!“ (3. Februar 2022)

    Die EZB hat begriffen: Sie hat auf ihrer heutigen Sitzung indirekt eingeräumt, die Inflationsrisiken unterschätzt zu haben. Deshalb muss EZB-Chefin Christine Lagarde ihre bisherige geldpolitische Strategie aufgeben. Ab sofort ist eine Zinserhöhung in diesem Jahr nicht mehr ausgeschlossen. Wann diese kommt, ist allerdings noch offen. Die EZB will „flexibel reagieren“.

    Diese Wendung ist ein Schritt in die richtige Richtung: Es besteht zwar nicht die Notwendigkeit, bereits im Frühjahr die Zinsen anzuheben. Schließlich zeichnet sich in Europa bisher noch keine Lohn-Preis-Spirale ab. Aber mit Lagardes Bereitschaft, wachsam zu sein und flexibel zu handeln, hat sich das Fenster für eine Verschärfung der Geldpolitik weit geöffnet. Gut so. Die EZB hat begriffen!

  4. „Richtungswechsel light“ (16. Dezember 2021)

    Die EZB hat es geschafft, sich aus ihrem Korsett der vergangenen Wochen zu befreien: Bislang hatte sie stets klar signalisiert, ihren geldpolitischen Kurs im kommenden Jahr in jedem Fall beizubehalten. Heute hat sie den Grundstein für das Auslaufen ihrer Kaufprogramme gelegt.

    Dabei geht sie so defensiv vor, dass man – anders als bei der Bank of England oder der amerikanischen Notenbank FED – höchstens von einem „Richtungswechsel light“ sprechen kann. Vielmehr hält sich die EZB weiterhin alle Optionen offen.

    Mit der Anpassung ihrer Ankaufsprogramme reagiert sie nur sehr vorsichtig auf die jüngste Preisentwicklung. In Europa ist die Inflation auf 4,9% gesprungen, aber sie könnte 2022 bereits im Januar den Rückwärtsgang einlegen. Hinzu kommt: Die Auswirkungen der Coronamutation Omikron kann derzeit niemand verlässlich einschätzen. Das hält die konjunkturelle Unsicherheit hoch.

    Mit seinen heutigen Formulierungen hat der EZB-Rat Zeit gewonnen, um zu einem späteren Zeitpunkt eine Nachschärfung – in die eine oder andere Richtung – beschließen zu können. So macht er es innerhalb der EZB aktuell Tauben und Falken gleichermaßen Recht – und ist dabei geldpolitisch noch nicht so festgelegt wie die Kollegen bei der britischen oder der amerikanischen Notenbank.

  5. „EZB sorgt für Langeweile“ (28. Oktober 2021)

    Die EZB hat alle wichtigen Fragen – allem voran die Entscheidung über die Zukunft der Anleiheankäufe – auf ihre Dezember-Sitzung gelegt. Und das, obwohl die Inflationserwartungen in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen sind. Das hätte für eine Verschärfung der monetären Tonlage gesprochen. Andererseits sind die Stimmungsindikatoren mindestens genauso stark nach unten gegangen. Und das spielt den EZB-Tauben in die Hände, die eine eher lockere, konjunkturstimulierende Geldpolitik vorziehen, auch wenn diese die Preise treibt.

    Unter den großen Notenbanken ist die EZB der größte Zinsbremser. Das BIP-Wachstum im Euroraum wird im letzten Quartal des Jahres 2021 möglicherweise sogar negativ ausfallen. Unter diesen Umständen fiel es der obersten Währungshüterin Christine Lagarde heute leicht, den Kurs des braven Abwartens beizubehalten, ohne auch nur einen neuen Akzent zu setzen oder anzudeuten.

    Der größte Befürworter einer Änderung der Geldpolitik, Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, hat seinen Abgang angekündigt. Man könnte daraus schließen, dass es für die EZB dann noch einfacher wird, ihren lockeren monetären Kurs sogar bis ins nächste Jahr hinein fortzusetzen. Aber nicht einmal diese Option wurde angedeutet. So sorgte die EZB heute also einfach nur für Langeweile.

  6. „Die nationale Verschuldung darf nicht die Geldpolitik bestimmen“ (9. September 2021)

    Es kam, wie es kommen musste. Die EZB fährt die Anleihekäufe im Rahmen des PEPP-Programms zurück. Allerdings gab sie keinen klaren Hinweis auf eine große Richtungsänderung. Zwar ist das Programm bis Ende März 2022 befristet. Doch die EZB teilte mit, dass die Anleihekäufe so lange fortgeführt würden wie es angesichts der Corona-Krise eben nötig sei.

    In der Tat ist es nur schwer zu glauben, dass sich an der geldpolitischen Ausrichtung der Europäischen Zentralbank zeitnah etwas ändern wird.

    Das liegt auch daran, dass die Falken, also die Befürworter einer mehr orthodoxen Geldpolitik innerhalb der EZB, derzeit in der Minderheit sind. Gegenüber den Tauben, die an der aktuellen Ausrichtung der Geldpolitik noch länger festhalten wollen, haben sie einen schweren Stand. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat in einer Studie das Abstimmungsverhalten der EZB-Ratsmitglieder mit der Höhe der Staatsverschuldung verglichen: Aktuell verzeichnen die fünf Falken in ihren Herkunftsländern eine durchschnittliche Schuldenquote von 71 % des Bruttoinlandprodukts, während die Tauben auf durchschnittlich 133 % Schuldenquote kommen.

    Da drängt sich das ungute Gefühl auf, dass die Notenbanker zwar formal die geldpolitischen Entscheidungen treffen, doch die heimischen Finanzminister am Ende den jeweiligen zinspolitischen Entscheidungsrahmen vorgeben.

    Das kann im aktuellen Umfeld nur gut gehen, wenn die hohe Inflation ein vorübergehendes Phänomen bleibt. Sollten sich jedoch die weltweiten Liefer- und Versorgungsengpässe bis zum Frühjahr des kommenden Jahres nicht auflösen, könnte der Konjunkturausblick leiden. Und dann bekäme der Preisdruck eine neue Qualität. Die EZB wiederum wäre dann in einer fatalen Lage.

    Fazit: Die nationale Verschuldensquote darf für die geldpolitische Strategie nicht richtungsweisend werden.

  7. „Viel Lärm um nichts“ (27. August 2021)

    „Viel Lärm um nichts“

    Gebannt hatten viele Marktteilnehmer in dieser Woche auf die heutige Rede von US FED-Chef Jerome Powell in Jackson Hole hingefiebert. Dabei war schon im Vorfeld klar, dass es bei der Konferenz der Notenbanker keinen wirklichen Paukenschlag geben würde. Dass die FED ihre Anleihekäufe noch in diesem Jahr zurückfahren würde, steht lange fest. Wann sie damit beginnt, ist nicht wirklich relevant. Zumindest auf die Börsen wird das genaue Timing keinen signifikanten Einfluss mehr haben. Dennoch sollte Powell spätestens auf der FED-Sitzung im September konkreter werden im Hinblick auf den Umfang und das Tempo des Taperings. Die hohe Inflation in den USA sieht er nach wie vor als „vorübergehend“ an. Schon 2022 werde man wieder bei gut 2 Prozent liegen. Die FED gibt sich damit geldpolitisch entspannter als viele Marktteilnehmer.

  8. „Die EZB wird ihren Kurs nicht durchhalten können!“ (10. Juni 2021)

    „Die EZB wird ihren Kurs nicht durchhalten können!“

    Die EZB-Granden hatten sich im Vorfeld der EZB-Sitzung bereits alle Mühe gegeben, die Erwartungen an die heutige Zinssitzung herunterzuschrauben: Über längerfristige Fragen der Geldpolitik zu diskutieren, sei viel zu früh und unnötig. So blieb alles beim Alten, insbesondere wurde eine Entscheidung über eine Drosselung des Rentenankaufprogramms nochmals verschoben. Es wurde vielmehr betont, dass das PEPP-Programm mit deutlich höherem Tempo als im ersten Quartal weiterläuft.

    Dabei werden die Fragen, deren Beantwortung die EZB heute noch einmal ausweichen konnte, immer dringlicher! Einige Notenbanker hatten zuletzt eine Rückführung der Anleihekäufe im Rahmen des PEPP-Programms angemahnt. Das gilt umso mehr, weil sowohl eine Konjunkturbelebung als auch ein Anstieg der Inflationsraten längst Fakt sind.

    Insbesondere bei der Inflation stellt sich die Frage, wie hoch diese noch steigen wird. Dass es sich beim Teuerungsanstieg eben nicht nur um Einmaleffekte handelt, dafür sprechen die anhaltend lockere Geldpolitik, die sehr laxe europäische Fiskalpolitik sowie die aufgestaute, private Nachfrage und die Knappheit bei vielen Vorleistungsgütern und Rohstoffen.

    Doch die EZB wiegelt geschickt ab: Als Argument für einen lediglich temporären Preisanstieg führt sie die weniger schwankungsanfällige Kerninflationsrate an. Diese ist aktuell mit einer moderat steigenden Veränderungsrate von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr immer noch weit vom Inflationsziel von knapp unter 2 Prozent entfernt.

    Zusätzliche Brisanz bedeutet das Vorgehen der EZB für die FED. Bei der amerikanischen Notenbank wird bereits offen über das Zurückfahren der Anleihekäufe diskutiert, wenngleich eine Zinserhöhung im laufenden Jahr weiterhin kein Thema ist. Doch die Debatte in den USA ist ein Vorgeschmack auf das, was Europa mit einer Zeitverzögerung von drei bis sechs Monaten wohl noch bevorsteht. Denn Christine Lagarde wird ihren aktuellen Kurs kaum bis über den Sommer durchhalten können.

  9. „Die EZB macht es allen recht.“ (22. April 2021)

    Die Europäische Zentralbank hat es allen recht gemacht: Mit ihrer heutigen Aussage zum zukünftigen geldpolitischen Kurs hat EZB-Chefin Christine Lagarde einerseits Handlungsfähigkeit demonstriert. Andererseits blieben entscheidende Fragen – etwa nach der Höhe und vor allen Dingen der Dauer der Unterstützung – unbeantwortet. So hat sie sämtliche Lager im EZB-Rat auf Kurs gebracht – und doch alle wichtigen Entscheidungen vertagt.

    Mit den Aussagen von Christine Lagarde können alle Seiten gut leben. Die Falken, die geldpolitischen Hardliner, die eine zügige Rücknahme der Anleihekäufe im Rahmen des PEPP-Programms fordern. Und die Tauben, also die Zauderer, die den bisherigen Kurs noch lange beibehalten möchten.

    Christine Lagardes eindeutigste Botschaft lautete heute: Eine geldpolitische Unterstützung der Wirtschaft durch die Notenbank ist auch jetzt noch – kurz vor Beginn der Erholungsphase im Herbst notwendig. Dem wird wohl niemand widersprechen. Den beiden Lagern verschafft diese Aussage außerdem Zeit, ihre Differenzen auszuräumen.

    Doch spätestens im Herbst, wenn die Konjunktur wieder angesprungen ist, dürften sich die Fronten wieder verhärten. Denn dann wird die Frage aufkommen, wie stabil der Aufschwung und vor allem wie dauerhaft der Preisauftrieb ist.

    Wie aber wird es geldpolitisch weitergehen? Einen Rückgang der Nettoanleihekäufe erwarten wir erst für das vierte Quartal 2021. Und ein Auslaufen des PEPP-Programms nicht vor Jahresmitte 2022. Sollte das zu früh gewesen sein, kann die EZB immer noch andere Programme entsprechend aufstocken. Eine Zinsanhebung dürfte so oder so noch in weiter Ferne liegen. Wir rechnen damit frühestens in 2023.

    Denn auch das wurde heute wieder sehr deutlich: Die Mehrheit des EZB-Rates und insbesondere auch dessen Präsidentin stehen für einen geldpolitischen Ansatz, bei dem eher zu viel und auch zu lang Stimuli an die Wirtschaft gegeben wird.

  10. „Christine Lagarde sorgt für klare Verhältnisse.“ (11. März 2021)

    Die Aufregung war bei der EZB in den letzten Tagen groß. Es drehte sich alles um die Frage, wie der jüngste Anstieg der Anleiherenditen abgefangen werden kann. Zahlreiche EZB-Experten hatten sich bereits im Vorfeld der heutigen Sitzung dazu geäußert und so ziemlich alles in den Raum geworfen, was an Maßnahmen möglich ist: Angefangen von einer Aufstockung der Anleihekäufe über eine Ausdehnung des Rahmens des Corona-Anleihekaufprogramms PEPP, eine Kontrolle der Zinskurve (Yield Curve Control) bis hin zur Senkung des Einlagezinssatzes.

    Heute hat EZB-Chefin Christine Lagarde in der Pressekonferenz für klare Verhältnisse gesorgt. Zur Begrenzung des Renditeanstiegs will die Europäische Zentralbank ihr Anleiheankaufprogramm für die nächsten drei Monate forcieren.

    Diese Linie macht Sinn. Denn nicht jeder Renditeanstieg ist ein geldpolitisches Problem, welches einer scharfen geldpolitischen Antwort mit Langzeitwirkung bedarf. Vor allem angesichts der Tatsache, dass sich die Renditen für Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren gerade mal um 0,3 Prozentpunkte nach oben bewegt hatten. Hinzu kommt: Die anziehenden Inflationserwartungen verbunden mit einem sich verbessernden Konjunkturausblick sind doch genau der Mix, den sich die EZB-Entscheider schon so lange wünschen.

    Die Europäische Zentralbank will mit ihrer jüngsten Maßnahme sicherstellen, dass die wirtschaftliche Erholung nicht doch noch auf halbem Weg stecken bleibt. Kritiker mögen bemängeln, dass die EZB dabei auch die Refinanzierungskosten der Regierungen im Auge behält. Aber aus diesem Dilemma wird sie so bald nicht herauskommen.

  11. „Die EZB ist zu Recht bedächtig.“ (21. Januar 2021)

    Viel ist nicht passiert auf der Sitzung der EZB – es gab aber auch keinen verschärften Handlungsdruck. Um auf mögliche Risiken in 2021 vorbereitet zu sein, hatten die europäischen Notenbanker schließlich erst im Dezember 2020 die geldpolitische Lockerung nochmals ausgeweitet. Jetzt ist die EZB zu Recht bedächtig. Und das, obwohl eines der möglichen Risiken bereits eingetreten ist: Der verlängerte Lockdown in Deutschland. Abgesehen davon sind die Perspektiven aber durchaus positiv. In der Eurozone sind die Corona-Impfungen angelaufen. Ein Brexit-Deal, wenn auch kein guter, ist unter Dach und Fach. Der Preisdruck in der Eurozone könnte im ersten Halbjahr 2021 wunschgemäß steigen. In den USA kommt wahrscheinlich ein Fiskalprogramm, das deutlich größer ausfallen wird als erwartet.

    Die Europäische Zentralbank wird ihre Geldpolitik wohl erst wieder justieren, wenn sich die Pandemie entspannt. Das dürfte aufgrund wärmerer Temperaturen und fortschreitender Impfquote frühestens im Sommer der Fall sein. Eine Rückführung der Anleihekäufe, wie in den USA bereits diskutiert wird, wäre aber vor Herbst nicht zu erwarten. Ob die EZB diese Maßnahme dann aber wirklich ergreift, bleibt abzuwarten. Denn sie könnte von den Finanzmärkten als zu früh und zu aggressiv interpretiert werden. Schon jetzt zeichnet sich ab: Der Einstieg in den Ausstieg ist durchaus schwierig. Diesen muss die Zentralbank rhetorisch gut und frühzeitig vorbereiten – ohne dabei falsche Signale auszusenden.

    Aber: Auch ein Ende geldpolitischer Lockerungen ist ja schon ein erster Einstieg in die geldpolitische Verschärfung.  

  12. „EZB bleibt sich treu“ (10. Dezember 2020)

    Mitten in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg steht der DAX fast auf seinem Allzeithoch – dieses Vertrauen der Anleger haben die Märkte auch der Europäischen Zentralbank und ihrer klaren Linie zu verdanken. Heute hat EZB-Chefin Christine Lagarde erwartungsgemäß nochmals deutlich nachgelegt: Die ultralockere Geldpolitik wird abermals erheblich ausgeweitet; entsprechende Programme werden aufgestockt und verlängert. Eine baldige Zinserhöhung bleibt unverändert in weiter Ferne.

    Die EZB versprüht Hoffnung in einer Krise, die eigentlich mit geldpolitischen Mitteln nicht aus der Welt geschaffen werden kann: Das Problem ist eben kein wirtschaftliches, sondern ein medizinisches. Dennoch konnte sie einen Zusammensturz der Wirtschaft, wie ihn die Aktienmärkte noch Mitte Februar vorzeichneten, vermeiden. Und das verdient große Anerkennung.

    Damit operiert die Europäische Zentralbank seit dem Frühjahr 2020 in ihrem Bereich deutlich erfolgreicher als die Politik, der es nicht gelingt, wirksame Maßnahmen zu beschließen, um die Pandemie im Euroraum nachhaltig einzudämmen. Bei Christine Lagarde ist von der Erfassung der Notsituation bis zur Formulierung und Umsetzung eines Handlungsstrangs nie viel Zeit verstrichen.

    Trotz starken Rückenwinds für die Märkte sollten sich Anleger jedoch nicht zu sicher fühlen. Die Märkte gehen von einer rosigen Zukunft aus, die vor allem auf einen baldigen Impfstoff und die boomende Wirtschaft in China setzt. Diese Hoffnung birgt Risiken, die teilweise noch nicht eingepreist sind und über die kaum jemand wirklich nachdenken will. Beim Umgang mit dem Virus und der Abschätzung seiner Folgen gab es schon viele Irrtümer. Eine Diskussion um die Wahrscheinlichkeiten dieser Risiken ist daher auch nicht wirklich hilfreich.

  13. „6 Faktoren, die 2021 zum Aktienjahr machen“ (18. November 2020)

    So bitter das Börsenjahr 2020 begann, so versöhnlich scheint es enden zu wollen. Mindestens 6 Faktoren sprechen dafür, auch im kommenden Jahr auf steigende Aktienkurse zu setzen:

    1. Der Ausgang der Wahl in den USA bietet optimale Bedingungen: Mit dem Demokraten Joe Biden könnten die US-Wirtschaftspolitik kalkulierbarer und die Differenzen mit Europa kleiner werden. Zugleich dürfte ein weiterhin republikanisch beherrschter Senat übermäßige Steuererhöhungen und Regulierungen, wie von Teilen der Demokraten angestrebt, verhindern. Statistiken belegen, dass die US-Aktienbörsen immer dann am besten liefen, wenn ein Demokrat US-Präsident war, er aber über keine eigene Mehrheit im Kongress verfügte. So könnte es auch dieses Mal sein, wenngleich die entscheidenden Stichwahlen um die letzten zwei Senatssitze erst im Januar 2021 anstehen.
    2. Die Aussicht auf einen Impfstoff beflügelt die Börsen: Hier zählt vor allem die Frage, wer die größten Profiteure von einem Ende der Coronakrise sind. Gewinnen werden alle Branchen, entsprechend hat der DAX auch auf die Nachricht über die möglicherweise baldige Bereitstellung eines Impfstoffes reagiert. Aber die Verlierer der letzten sechs Monate – etwa die Tourismusbranche oder Eventvermarkter – werden beim Comeback zunächst ganz oben stehen. Die Technologie-Branche könnte dagegen kurzfristig leiden – der langfristig positive Trend aber bleibt intakt.
    3. Die Weltwirtschaft verbucht die Pandemie weiter unter Unfall: Von ihrem schweren Einbruch im Frühjahr hat sich die Konjunktur in den USA bisher mustergültig erholt. Der Einkaufsmanagerindex bewegt sich nahezu auf dem höchsten Niveau der letzten 20 Jahre, in der Regel folgt die Realwirtschaft diesem Index. Doch nicht nur in den USA, auch im G7-Raum zeigt das Bild bisher eine fast mustergültige V-Erholung. Sie könnte allerdings unter den zuletzt wieder stark gestiegenen Coronainfektionen in den westlichen Industrieländern temporären Gegenwind erhalten.
    4. China bleibt die Wachstumslokomotive: Die chinesische Wirtschaft brummt. Selbst der Einzelhandel, der unter der noch erhöhten Arbeitslosigkeit leiden sollte, zeigt sich auf klarem Erholungskurs. Gleiches gilt für Industrieproduktion und Investitionstätigkeit. Auch die westliche Welt profitiert vom chinesischen Aufschwung. Der Warenimport aus den USA und Europa hat schon fast wieder das Durchschnittsniveau der letzten Jahre erreicht. Darüber hinaus dürfte der gesamte asiatische Raum von der jüngst vereinbarten Freihandelszone im asiatisch-pazifischen Raum mittelfristig stark profitieren, ein Umstand, der aber schon heute die Börsen bewegt.
    5. Die Notenbanken gehen kein Risiko ein: Die Notenbanken in Europa und in den USA werden ihre ultra-lockere Geldpolitik vorerst nicht verändern. Erst wenn Corona die Konjunktur in den jeweiligen Wirtschaftsräumen nicht mehr oder nur noch unwesentlich einschränkt, sind Anpassungen denkbar – und das ist kaum vor dem vierten Quartal 2021 zu erwarten. Die Leitzinsen werden mit Rücksicht auf die hohe Staatsverschuldung ohnehin nicht in die Höhe schießen können. Auch die Fiskalpolitik wird vorerst weiter extrem expansiv ausgerichtet bleiben. Vor diesem Hintergrund bleiben die Aktienmärkte von Geld- und Fiskalpolitik auch in 2021 gut unterstützt.
    6. Die Aktienmärkte profitieren vom Gewöhnungseffekt: Die Pandemie ist, gemessen an der Zahl der Neuinfektionen, im November schlimmer als im März 2020. Ein Vergleich der Aktienvolatilität des Dax im März und November zeigt jedoch, dass die Finanzmärkte jetzt viel verhaltener reagieren. Schlechte Corona-Nachrichten führen nicht mehr zu extremen Kursrückschlägen, den ersten Schock haben die Märkte sozusagen schon überwunden. Die Risiken scheinen aufgrund erster Erfahrungen mit dem Virus besser abschätzbar, statt Hilflosigkeit steht inzwischen ein rationaler Umgang mit den Folgen im Fokus.

    Wir sind deshalb überzeugt, dass 2021 ein Aktienjahr wird.

    Auch wenn Europa kurzfristig das Potenzial zur Outperformance hat, bevorzugen wir über das Gesamtjahr ein internationales Aktienportfolio. Dieses bereichern wir um langfristige Trendthemen wie Technologie, Demografie und Gesundheit. Das waren schon vor der Coronakrise die Leitthemen. Da die Coronakrise die Bedeutung dieser Themen nochmals deutlich untermauert hat, werden sie auch nach ihrer Überwindung unverändert wesentliche Treiber für höhere Aktienindizes bleiben. Ein weiterer Blick sollte zudem auf die asiatische Region gerichtet sein.

  14. „Die EZB weiß nicht mehr weiter.“ (29. Oktober 2020)

    Heute hat die EZB auf ihrer Sitzung nichts Wesentliches entschieden. Das ist keine Überraschung – denn was soll sie auch tun? Schon lange fordert sie von der Fiskalpolitik mehr Einsatz. Der ist zwar da, aber die Gelder werden nur sehr langsam, langsamer als ursprünglich erwartet, abgerufen. Auch die EZB-eigenen-Töpfe, insbesondere die des PEPP-Programms, sind noch gut gefüllt; da muss aktuell also nicht nachgebessert werden. Und die Zinsen – wohin sollen sie noch fallen und für was soll das gut sein? Die Minuszins-Politik hat vor Corona weder das Wachstum beschleunigt noch die Inflation nach oben katapultiert.

    Dass die EZB neuerdings grüne Bonds kaufen will und verstärkt mit der Öffentlichkeit diskutiert, erscheint wie Verlegenheits-Aktionismus. Zyniker würden sagen: Wenn man geldpolitisch nichts reißen kann, probiert man sich eben auf anderen Feldern aus.

    Fakt ist, dass sich die Datenlage in Europa weiter verdüstert – vor allem auf den Feldern, die die EZB mit steuern und beeinflussen soll: Die Kerninflationsrate fällt seit 2018 kontinuierlich und ist inzwischen in den negativen Bereich gerutscht. Die Nachfrage nach Firmenkrediten sinkt und die Banken verschärfen ihre Kreditstandards. Erfolgsmeldungen sehen anders aus.

    Aus Mangel an Alternativen macht die EZB das, was sie seit Draghi-Zeiten immer tut: Sie lockert und kündigt weitere Lockerungen an. Doch inzwischen wissen wir: „What ever it takes“ ist keine Lösung mehr.

    So hat die EZB auch heute wieder nur Seelen-Massage betrieben, indem sie Wachsamkeit und die Bereitschaft zum Nachlegen signalisiert hat. In Wirklichkeit weiß Christine Lagarde nach genau einem Jahr Amtszeit geldpolitisch nicht mehr weiter. Aktuell scheint ihre wichtigste Aufgabe darin zu bestehen, den Kontrollverlust und die Ohnmacht der EZB zu verwalten. Und das macht sie sehr gut. Außerdem muss man ihr zugutehalten, dass viele andere Notenbanken aktuell auch nichts anderes tun.

  15. „Die Bilanz der FED sieht bisher äußerst mager aus.“ (16. September 2020)

    Die FED steht vor einem Glaubwürdigkeitsproblem: Denn für 2020 sieht ihre Bilanz bisher äußerst mager aus. Egal was die amerikanische Notenbank in den vergangenen Monaten probierte – angefangen von der Leitzinssenkung auf Null bis zur beispiellosen Bilanzausweitung durch den Ankauf von Rentenpapieren – die Inflation ist heute niedriger als zu Beginn der Maßnahmen. Unterm Strich hat das extrem entschlossene geldpolitische Wendemanöver der FED also kaum etwas gebracht – außer eine um 40 Prozent gestiegenen Geldmenge.

    Der Druck auf Notenbank-Chef Jerome Powell steigt: Er konnte heute nur betonen, am Wertpapierankaufprogramm festzuhalten und die Zinsen noch lange nicht anzuheben. Denn negative Leitzinsen hatte die FED schon länger ausgeschlossen. 

    Für die Finanzmärkte ist das eine erfreuliche Nachricht, die Aktienmärkte dürften weiter haussieren, und die Rentenmärkte bleiben stabil. Doch die Ungleichgewichte werden damit nicht kleiner. Wenn die FED schon beim Inflationsziel keine Fortschritte macht, sollte sie es doch zumindest vermeiden, neue Baustellen aufzumachen. Stattdessen sorgt sie mit ihrer Politik weiterhin für massive Verzerrungen an den Finanzmärkten.

    Einer dagegen dürfte sich nicht beklagen: US-Präsident Donald Trump bekommt von der FED das, was er wollte – und sogar noch mehr. Dass die Zinsen dauerhaft so niedrig bleiben würden, hätte sich wohl nicht mal er in seinen kühnsten Träumen ausgemalt. Sollte Donald Trump die Wahl im November verlieren, kann er also zumindest nicht die FED dafür verantwortlich machen.

  16. „Die EZB hat sich nicht rechtzeitig um den Euro gekümmert.“ (10. September 2020)

    Auf der jüngsten EZB-Sitzung stand keine wichtige Entscheidung an. Es war klar, dass die „Wait-and-See-Attitude“ fortgesetzt würde. Dennoch gab es eine Menge zu besprechen: Zum einen hat sich seit Mitte Mai der Euro zum USD um fast 10 Prozent aufgewertet. Zum anderen ist der Preisauftrieb in der Eurozone auf den tiefsten Stand seit über fünf Jahren gesunken. Außerdem hatte die US-Notenbank kürzlich einen Strategieschwenk hin zu einem durchschnittlichen Inflationsziel bekannt gegeben. Dieser impliziert eine weitere Lockerung der US-Geldpolitik, was den Aufwertungsdruck für den Euro nochmals erhöht. So gesehen war es spannend zu sehen, was der Schwerpunkt der Ausführungen von Frau Lagarde sein würde.

    Es kam, wie es kommen musste: Da die Leitzinsen selbst in der schlimmsten Phase der Coronakrise nicht mehr gesenkt wurden, gab es auch heute keine Aussagen in diese Richtung. EZB-Chefin Christine Lagarde konnte lediglich die Flexibilität der Notenbank beim Anleiheankauf deutlich herausstellen. Hier hatte die Zentralbank im Rahmen ihres Pandemie-Programms PEPP erst im Juni das Volumen verdoppelt. Ob die Aussagen von Frau Lagarde allerdings ausreichen, den Aufwertungsdruck vom Euro zu nehmen, ist fraglich. Möglicherweise wird mittelfristig auch die EZB ein durchschnittliches Inflationsziel verfolgen, das war aber heute für sie noch kein Thema.

    Frau Lagarde betonte richtigerweise, es gebe keinen Grund für Überreaktionen auf den Euroanstieg. Es scheint dennoch, als ob es die EZB in der Hochzeit der Coronakrise verpasst hat, sich um den Euro zu kümmern, wogegen die FED ihre geldpolitischen Ziele sehr effizient verfolgte. Die EZB muss jetzt einen Weg finden, ihre bereits ultralockere Geldpolitik weiter zu lockern, um sich zumindest mittelfristig ihrem Inflationsziel anzunähern ohne gleichzeitig in die Liquiditätsfalle zu tappen. Dann würde eine Geldmengenerhöhung zu keiner Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen Aktivitäten führen, wäre also nutzlos. Den Euro konnte sie heute auf jeden Fall nicht schwächen. Der gewann schon während ihrer Ausführungen weiter gegen den US-Dollar.

  17. „EZB geht gelassen in die Sommerpause“ (16. Juli 2020)

    Es war die letzte Sitzung vor der Sommerpause. Die EZB hat keine wichtigen geldpolitischen Entscheidungen getroffen. Das war auch nicht nötig. Die EZB tat deshalb gut daran, Stabilität und Verlässlichkeit zu signalisieren, aber auch Gelassenheit auszustrahlen.

    Das ist auch nötig, denn sowohl den Finanzmärkten als auch den Volkswirten fehlt im Moment ein Kompass – die Unsicherheit ist groß. Obwohl das Kreditgeschäft dank der unterstützenden Maßnahmen seitens der EZB den Umständen entsprechend sehr gut läuft, warnen die Volkswirte bereits vor einem heißen Herbst. Ein Anschwellen der Insolvenzen würde auch die Zahl der notleidenden Kredite signifikant erhöhen.

    Aber auch die Aktienanalysten schwimmen. Laut einer aktuellen Umfrage erwarten sie, dass der DAX am Jahresende ungefähr auf dem aktuellen Niveau stehen wird. Das Problem: Genau diese Aussage hatten die Analysten auch im Mai schon getroffen, als der DAX noch 12 Prozent unter dem jetzigen Niveau lag.

    Die Situation ist auch vertrackt. Konjunktur und Richtung der Geldpolitik hängen von der Entwicklung der Pandemie ab. Deren Fortgang ist aber in keiner Weise prognostizierbar. Offensichtlich ist inzwischen aber, dass sie sich länger hinzieht, als noch im März vermutet.

    Die mutigen Maßnahmen der EZB haben dazu beigetragen, die Liquiditätsengpässe zu vermeiden, die möglicherweise zu einem noch stärkeren Wirtschaftsrückgang geführt hätten. Diese Strategie wird sie fortführen. Eines aber muss immer klar sein: Die EZB erkauft mit ihrer Geldpolitik dem europäischen Wirtschaftsraum nur Zeit. Lösen kann sie die Probleme nicht.

  18. „Stimmungsindikatoren werden bald wieder nach oben zeigen“ (11.Mai 2020)

    Die jüngsten historisch niedrigen Stimmungsindikatoren werden sich schnell wieder erholen. Damit rechnet Dr. Otmar Lang, Chefvolkswirt der TARGOBANK. „Wir gehen von einer deutlichen Aufwärtsbewegung der weltweiten Einkaufsmanagerindikatoren bereits in den kommenden Monaten aus“, so Lang. China habe das bereits vorgemacht.

    Beim Einkaufsmanagerindex wird stets die Veränderung der Stimmung im Vergleich zum Vormonat abgefragt. Nach den jüngsten Lockerungen in vielen westlichen Ländern sei hier bereits im Juni mit einem deutlich positiveren Bild zu rechnen. „Wenn die Einkaufsmanagerindikatoren nach oben zeigen, steigen die Aktienkurse weiter an“, betont Dr. Otmar Lang.

    Für einen anhaltenden optimistischen Kapitalmarkt-Ausblick gebe es noch weitere Gründe: „Im Gegensatz zur Großen Finanzkrise wirkt die Geldpolitik diesmal anders“, so Lang. Die Notenbanken würden die Finanzmärkte und die Unternehmen liquide halten, die Bedingungen für die Kreditvergabe seien anders als 2008 nicht wesentlich verschärft worden. „Die wichtigste Voraussetzung für eine nachhaltig positive Entwicklung wäre, dass sich das Virus weltweit weiter relativ zügig eindämmen lässt“, so Lang. Doch auch dafür stünden die Chancen gut, was Erfahrungen in den bislang betroffenen Ländern belegten.

    Anleger sollten weiterhin ein Augenmerk auf die Branchen Gesundheit, Technologie und Nachhaltigkeit legen.

  19. „Der Überbietungswettkampf pausiert – vorerst“ (29. April 2020)

    Manchmal scheint es, als seien die globalen Notenbanken in der Coronakrise in einen Überbietungswettkampf eingetreten. Diese Woche haben die japanischen Notenbanker bereits wieder nachgelegt. Sie kaufen jetzt unbegrenzt Staatsanleihen und haben die Beschränkung beim Ankauf von Unternehmensanleihen weiter verschoben.

    Glücklicherweise hat sich die US-Notenbank heute nicht direkt an diesem Wettkampf beteiligt. Eine weitere Zinssenkung in den Minusbereich hatte ohnehin niemand erwartet. Dafür waren die Aussagen von FED-Chef Powell in der Vergangenheit zu eindeutig. Er lehnt negative Zinsen ab. Aber er hat das Fenster für weitere Liquiditätsschübe offengelassen. Beim Blick nach vorne lässt Jerome Powell klar die Bereitschaft erkennen, dass im Zweifelsfall noch mehr Liquidität in die Finanzmärkte gepumpt wird.

    Seit Mitte März hat die FED ihre Bilanz bereits um rund 50 Prozent ausgeweitet. Das ist jetzt schon mehr als zur Hochzeit in der globalen Finanzmarktkrise und entspricht inzwischen, gemessen am US-BIP, einer Quote von knapp über 30 Prozent. Dabei sind die USA mit dieser Quote kein Spitzenreiter: Vor ihnen liegt die Europäische Zentralbank mit ca. 44 Prozent, Japan mit 111 Prozent und die Schweiz mit 113 Prozent.

    Zweifelsohne hat die FED in der Pandemie bisher mutig und entschlossen gehandelt. Wenn sie jetzt keine neuen Rettungsprogramme auflegt, bedeutet das noch lange nicht das Ende des Krisenmodus.

  20. Rechnen Finanzmärkte schon mit dem Ende der Corona-Krise? (31. März 2020)

    Wenn man sich die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen ansieht, dann zeichnet sich seit dem Wochenende ein leichter Hoffnungsschimmer ab. In vielen Ländern, in denen massive Eingriffe in das gesellschaftliche Leben vorgenommen wurden, steigen die Neuinfektionen im Vergleich weniger stark an. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, wäre das auch für die Aktienmärkte eine wichtige Botschaft. Und die reagierten bereits heute entsprechend: Der DAX stieg zum Handelsstart über die Marke von 10.000 Punkten.

    An den Finanzmärkten könnte sich sehr schnell die Meinung durchsetzen, dass der Alptraum Corona in der westlichen Welt ein absehbares Ende hat. Auch die schwachen Wirtschaftsdaten für das erste und zweite Quartal würden ihre Schrecken verlieren. Der Konjunktureinbruch käme den Finanzmärkten auf einmal zeitlich eingrenzbar vor. Die Korrektur der Wachstumsprognosen auf bis zu minus 20 Prozent für Deutschland würde dann irrelevant. Denn dann steht nur noch die Frage im Raum, wie schnell sich die Weltwirtschaft erholt – und nicht mehr, wie viel sie noch an Fahrt verliert.

    Doch Achtung: Selbst wenn die Zahl der Neuinfektionen in Europa deutlicher sinken sollte und der Lockdown aufgehoben würde, bliebe der Weg zurück zur Normalität ein langer. Zumal eine zu große Sorglosigkeit eine zweite Pandemie-Welle auslösen könnte. Insbesondere die USA mit massiv ansteigenden Infektionszahlen stehen hier im Fokus. Und der parallel verlaufende exorbitant hohe Anstieg bei den Anträgen auf Arbeitslosenhilfe könnte ein erster Vorbote der tiefen Krise sein, die den Vereinigten Staaten droht.

    In Europa dagegen könnten über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum staatliche Rettungsaktionen Wunder bewirken. Denn zurzeit bedarf die Fiskalpolitik keiner klassischen Rezepte. Es geht nicht darum, die Nachfrage anzukurbeln, sondern darum, den Unternehmen bei der Bewältigung der laufenden Kosten zu helfen und damit ihr Überleben zu sichern.

    Wenn sich die Zeichen eines Abebbens der Pandemie tatsächlich verdichten sollten, raten wir Anlegern, in kleinen Schritten (etwa über einen Sparplan) zu investieren. Das sollte sich längerfristig auszahlen, weil wir unverändert von deutlich anziehenden Kursen nach Überwindung der Corona-Krise ausgehen, wenn diese möglicherweise auch nicht V-förmig ausfällt. Der Anstieg sollte langsamer vonstattengehen als der Abstieg. Die Branchen Gesundheit und Technologie dürften dabei großes Potenzial haben.

  21. „EZB kann keinen Turnaround bewirken“ (12. März 2020)

    Der Glaube an die Wirkung der Geldpolitik im aktuellen Umfeld erscheint wie die Sehnsucht nach der guten alten Zeit – als die Notenbanken mit einem Greenspan- oder einem Bernanke-Put noch die Welt retteten. So konnten Zinssenkungen den Aktienmarktcrash von 1987 sehr schnell heilen. 2008 konnten die Notenbanken weltweit unter Führung der FED letztendlich sogar das Weltfinanzsystem vor dem Untergang bewahren. Und Mario Draghis „whatever it takes“ in 2012 war dann schließlich die europäische Ausprägung.

    Doch das hilft heute alles nicht mehr weiter. Beim Coronavirus handelt es sich um einen Angebots- und Nachfrageschock, den die Notenbanken nicht wirklich beeinflussen können. Sie können globale Wertschöpfungsketten nicht retten oder heilen, und sie bringen auch keine Konsumenten in die Reisebüros, um Pauschalurlaube zu buchen. Es wäre grob vermessen, darauf zu setzen, dass Notenbanken aktuell mit ihrer Geldpolitik eine stabilisierende Wirkung auf Finanzmärkte und Wirtschaftsräume ausüben können. Das hat bereits die außerplanmäßige US-Leitzinssenkung vom 3. März gezeigt, die die gewünschte Wirkung völlig verfehlt hat. Das hat die EZB begriffen und ihre Leitzinsen heute unverändert gelassen. Dagegen verkündete sie ein Maßnahmenpaket, um den Banken und Unternehmern als Kreditnehmern unter die Arme zu greifen.

    Das alles ist nicht falsch. Aber anders als früher sind Notenbankmaßnahmen aktuell nur schmückendes Beiwerk, das keinen Turnaround bewirken kann. Die klassische Geldpolitik ist damit nicht am Ende– aber sie ist derzeit einfach nicht das richtige Mittel.

    Heute ist die Fiskalpolitik gefordert, also die Regierungen oder die EU-Kommission. Die Bundesregierung geht mit ihren Regelungen zum Kurzarbeitergeld schon in die richtige Richtung. Auch die Aussetzung von Steuerzahlungen, vorübergehende Liquiditätshilfen oder eine Unterstützung bei Krediten könnten helfen. Dann müssten aber alle Maßnahmen auf europäischer Ebene gebündelt und koordiniert werden und sich nicht im „Kleinklein“ auf nationaler Ebene verlieren.

    Die EZB ist im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiterhin bemüht.

  22. „Der geldpolitische Anker sitzt tief“ (23. Januar 2020)

    Die Europäische Zentralbank hat heute wie erwartet nichts am Zinsniveau verändert. EZB-Chefin Christine Lagarde kommt aus dem geldpolitischen Rahmen ihres Vorgängers Mario Draghi nicht so schnell heraus. Der geldpolitische Anker sitzt so tief, dass ihr nichts anderes übrig bleibt als die lockere monetäre Gangart fortzusetzen.

    Zwar machten die jüngsten ZEW-Daten für Deutschland Hoffnung, dass es möglicherweise doch zu einer schnelleren geldpolitischen Wende kommen könnte.

    Wenig wachstumsförderlich wirken sich allerdings die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Trump aus: Europa sei schwieriger als China, daher wolle er zuerst mit China über handelspolitische Themen sprechen. In die gleiche Kerbe – wenngleich auch aus einer ganz anderen Richtung – schlägt die Ausbreitung des chinesischen Corona-Virus. Sicherlich wäre es zum aktuellen Zeitpunkt vermessen, die weltweiten Wachstumsprognosen deshalb anzupassen. Doch eines steht fest: Die Risiken sind zuletzt wieder gewichtiger geworden und dämpfen die Chancen für eine Wachstumsbeschleunigung.

    Die EZB wird daher ihren Lockerungs-Bias beibehalten: Sie steht also Gewehr bei Fuß und wird handeln, sobald es die Situation erfordert. Wir rechnen allerdings vorerst nicht mit weiteren zinspolitischen Maßnahmen. Die Währungshüter aus Frankfurt werden sich wohl eher die Bundesregierung vorknöpfen und mehr öffentliche Ausgaben fordern. In den laufenden Diskussionen im Rahmen ihrer Strategieüberprüfung könnte die EZB außerdem ein symmetrisches Inflationsziel in den Vordergrund rücken – ähnlich wie in den USA. Die Teuerung dürfte dann nach einer Phase der Zielverfehlung auch mal eine längere Zeit über dem Ziel liegen.

    Zuletzt aufgekommene Markterwartungen über eine mögliche frühere Zinswende dürften wieder völlig ausgepreist werden.

 

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