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Geschafft: In 24 Stunden über die Alpen

Extrem-Radtour für den Mädchen-Fonds von Plan International

Ein bisschen wahnsinnig war die Aktion schon: Mit wenig Alpenerfahrung, aber viel Motivation für den guten Zweck ist Patrick Roßkopf am 2. September von München an den Gardasee geradelt. Das selbstgesetzte Ziel: Die Strecke in unter 24 Stunden zu bewältigen.

Eigentlich war Patrick Roßkopf nur auf der Suche nach einer etwas längeren, anspruchsvolleren Fahrradtour. Beim Stöbern im Netz stieß er auf den Alpencross: 380 Kilometer mit 2.800 Höhenmetern – eine Mehrtagestour von München über Innsbruck, den Brenner-Pass und Bozen bis nach Torbole am Gardasee. Klang interessant – aber so richtig „gepackt“ hat es den Hobbyradfahrer, als er einen Erfahrungsbericht von zwei Sportlern las, die die Tour als 24-Stunden-Challenge gefahren waren. „Da wusste ich: Das will ich auch!“, lacht Patrick Roßkopf.

Sportliche Herausforderung verbunden mit sozialem Engagement

Der Vermögensberater aus Frankfurt machte sich direkt an die Planung. „Ich hatte eigentlich gehofft, die Tour gemeinsam mit meiner Frau zu machen“, sagt er. Die wäre auch grundsätzlich dabei gewesen – winkte aber ab, als es darum ging, die Strecke in weniger als 24 Stunden zu schaffen. Also eben alleine… „So richtig rund machte das Ganze dann die Idee eine Kundin, mein verrücktes Vorhaben mit einer Spendenaktion zu verbinden“, erzählt Patrick Roßkopf. Hilfe dafür bekam er von seinem Freund und Kollegen Frank Eilers aus Bremen. „Frank hat selbst schon ähnliche Aktionen durchgeführt und gleich ein bisschen Druck aufgebaut“, fügt er lachend hinzu. „Er versprach, selbst auch zu spenden – und den doppelten Betrag, falls ich es tatsächlich in weniger als 24 Stunden schaffe.“

Eine Spendenseite bei Plan International für den Mädchen-Fonds der Organisation war schnell erstellt, Patrick Roßkopf machte für seine Aktion Werbung im Freundes- und Kollegenkreis und nur drei Wochen später war es so weit: Der Targobanker stieg morgens um neun Uhr in München aufs Rad: Mit seiner Frau hatte er sich für den nächsten Morgen zum Frühstück am Gardasee verabredet.

Und so lief die Tour für ihn:

 

2. September 2022. Um 9 Uhr macht sich Patrick Roßkopf per Fahrrad auf den Weg von München zum Gardasee.
Die 380 Kilometer will er nur mit Muskelkraft bewältigen – sein Rad ist die Variante ohne Akku.
Bei schönstem Wetter führt ihn morgens sein Weg durch das Alpenvorland Richtung Berge.
Nur ein schnelles Selfie in Bad Tölz. Patrick Roßkopf ist zufrieden: er kommt gut voran.
Die ersten Anstiege sind für den gut trainierten Hobbyradfahrer kein Problem.
Schon mitten in den Bergen führt die Strecke am Sylvenstein-Stausee vorbei.
Kurz darauf passiert Patrick Roßkopf die Grenze nach Österreich.
Nach Innsbruck wird es zum ersten Mal richtig anstrengend: Es geht jetzt kontinuierlich bergauf.
Nicht zu übersehen: Die Brennerautobahn parallel zu Patrick Roßkopfs Route.
Am Abend ist Patrick Roßkopf am Brenner an der Grenze nach Italien angekommen. Er erinnert sich: Die Strecke von Innsbruck bis hierher war schon echt extrem, und ich hatte echt Respekt davor, dass jetzt auch noch die Nachtetappe vor mir lag…“
Im Dunkeln geht es durch Südtirol, jetzt merkt Patrick Roßkopf jeden Kilometer, und die Suche nach einem späten Abendessen gestaltet sich schwierig. In Brixen zum Beispiel haben schon alle Läden und Restaurants geschlossen.
Die Rettung nachts um halb zwölf in Bozen: Die Küche im letzten offenen Restaurant hatte auch geschlossen, aber ein Stück Schokoladenkuchen und ein Eis sorgen für den dringend benötigten Energieschub.
Trotzdem ist auch die nächste Etappe eine echte Herausforderung, physisch und psychisch: Drei Stunden lang fährt Patrick Roßkopf durch die Nacht, ohne einem einzigen Menschen zu begegnen und ohne ein Gefühl dafür, wie gut er vorankommt. Als das erste Tageslicht am Horizont erscheint, fängt sein linkes Knie an zu schmerzen.
Vollkommen erschöpft: Nach 21 Stunden und 23 Minuten ist Patrick Roßkopf in Torbole am Gardasee angekommen. Das ist übrigens ungefähr die Zeit, die Google Maps für die Tour per Fahrrad berechnet – OHNE Pausen.

 

Ein zufriedenes Fazit

Sein Fazit? „Als ich in Torbole angekommen war, war ich vollkommen am Ende, die letzten Kilometer waren eine echte Qual“, sagt der Targobanker. Vor allem das Fahren in der Nacht und den Schlafmangel, aber auch die starken Anstiege in den Alpen habe er etwas unterschätzt. „Im Nachhinein aber überwiegt die Erinnerung an den Spaß, den ich auf dieser schönen Strecke hatte, und der Stolz, diese Challenge geschafft zu haben.“

Und so musste sein Freund Frank Eilers tief in die Tasche greifen. „Ich habe höchsten Respekt vor Patrick“, sagt dieser. „Und für den guten Zweck spende ich gerne.“ Mit seiner verrückten Aktion hat Patrick Roßkopf auch viele andere Kolleg*innen und Freund*innen davon überzeugt, bei der Spendenaktion mitzumachen: 23 Personen sind seinem Spendenaufruf gefolgt und haben insgesamt 895 Euro für den Mädchen-Fonds gespendet.

Challenge bestanden und viel für die gute Sache erreicht – ruft das nicht nach einer Wiederholung? „Ja schon“, sagt Patrick Roßkopf. „So ganz konkret ist das noch nicht, aber ich überlege, gemeinsam mit zwei Freunden einen Langdistanz-Triathlon zu absolvieren. Nachdem ich kein großer Läufer bin, würde ich dabei die Rad-Etappe übernehmen. Und mit einer Spendenaktion würde ich das Ganze dann auch gerne wieder verbinden.“

 

Über Plan International

Plan International ist eine unabhängige Organisation der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe. Mädchen und Jungen sollen weltweit die gleichen Rechte und Chancen haben und ihre Zukunft aktiv gestalten. Um das zu erreichen, setzen wir in unseren Partnerländern effizient und transparent Projekte zur nachhaltigen Gemeindeentwicklung um und reagieren schnell auf Notlagen und Katastrophen, die das Leben von Kindern bedrohen.

In mehr als 50 Ländern arbeiten wir Hand in Hand mit Kindern, Jugendlichen, Unterstützenden und Partnern jeden Geschlechts, um unser globales Ziel zu erreichen: 100 Millionen Mädchen sollen lernen, leiten, entscheiden und ihr volles Potenzial entfalten. Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen bestärken uns in unserem Engagement.

(Quelle: plan.de)