Eine fröhliche Frau mit lockigem Haar sitzt an einem Tisch in einem Restaurant. Sie hält ein Smartphone in der Hand und lächelt, während eine Kellnerin ihr eine Rechnung zeigt. Im Hintergrund sind Tische und Stühle zu sehen.
Thema: Finanztipps | Datum: 06.08.2026
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Trinkgeld geben – aber richtig!

Tipps für den Urlaub

Für guten Service ist es in Deutschland meist üblich ein Trinkgeld von fünf bis zehn Prozent des Rechnungsbetrages zu zahlen. In manchen Urlaubsländern liegt dieser Betrag aber höher, und in anderen kann man sogar in ein Fettnäpfchen treten, wenn man überhaupt Trinkgeld gibt. Wie viel Trinkgeld wo angemessen ist und welche Besonderheiten sonst noch zu beachten sind, haben wir auf Basis der Tipps vom Bankenverband zusammengefasst.

  1. Generell gilt: Mit fünf bis zehn Prozent Aufschlag liegt man im Restaurant und beim Taxifahren fast nie falsch. Etwas anderes gilt in den USA und Kanada: Hier werden tendenziell eher 15 bis 20 Prozent erwartet. In der Türkei und in Frankreich sind 10 bis 15 Prozent üblich. Ebenso in Großbritannien und Irland – immer vorausgesetzt, auf der Rechnung ist nicht bereits eine Servicegebühr verzeichnet. Kofferträger und Kofferträgerinnen erhalten in Europa im Durchschnitt ein bis zwei Euro pro Gepäckstück und das Housekeeping in Hotels pro Tag ebenfalls ein bis zwei Euro.
  2. Trinkgeld sollte lieber bar gegeben werden, damit es direkt bei der Kellnerin oder dem Kellner ankommt. Mittlerweile kann das Trinkgeld aber auch häufig mit der Kredit- oder Debitkarte beim Bezahlen abgebucht werden. Neu daran ist: Man wird dadurch aktiv nach Trinkgeld gefragt und das nicht nur in Restaurants, sondern mittlerweile oft auch schon in Imbissen oder beispielsweise Bäckereien. Grundsätzlich gilt: Den zu zahlenden Betrag beim Bezahlen außerhalb der Eurozone lieber in der Landeswährung anzeigen lassen und nicht in Euro umrechnen. Das ist günstiger, weil für die Umrechnung sonst extra Kosten anfallen.
  3. Beim Trinkgeld geben über das Kartenlesegerät, können folgende Tipps helfen: Wir empfehlen, den prozentualen Anteil am Gesamtbetrag kurz auszurechnen. Die Trinkgeldabfrage ist kein Pflichtschritt. Die Abfrage auf dem Gerät kann man ignorieren oder überspringen, oft befindet sich die Option „Kein Trinkgeld“ unter „Weitere Beträge“ unten oder am Rand des Displays. Es hilft, sich zu fragen: „Würde ich in dieser Situation Trinkgeld geben, wenn ich bar zahlen würde?“ Wer Wert auf eine persönliche Geste legt, kann das Trinkgeld weiterhin bar überreichen.
  4. Es gibt Länder, in denen ein Trinkgeld nicht notwendig ist und in der Regel ein Aufrunden des Rechnungsbetrags genügt. Dazu gehört Belgien, Dänemark, Estland, Kroatien, Schweden, Finnland, Island, Norwegen, die Niederlande sowie die Schweiz.
  5. Übrigens: In der Türkei, in Frankreich, in Griechenland und in Spanien ist es üblich, das Trinkgeld beim Verlassen des Restaurants auf dem Tisch oder dem Rechnungsteller liegen zu lassen.
  6. In vielen asiatischen Ländern ist Trinkgeld eher unüblich: In Japan beispielsweise kann das Geben von Trinkgeld gar als Beleidigung aufgefasst werden: Denn guter Service gilt in diesen Ländern als Selbstverständlichkeit. Auch in China, Singapur und Südkorea ist Trinkgeld unüblich und wird meistens nicht angenommen. Eine Servicepauschale ist häufig bereits in den Preisen in Bars, Restaurants und Hotels enthalten.
  7. In Pubs in Großbritannien, Irland und Schottland wird der Begriff Trinkgeld übrigens wörtlich genommen: Wer mit der Leistung des Personals zufrieden war, gibt der Person am Zapfhahn einfach ein Getränk aus – das macht man dort so.

Übrigens: Wer kennt „Caffè sospeso“? Die Idee des „aufgeschobenen Kaffees“ entstammt der neapolitanischen Kultur. Wer einen Kaffee ordert, bestellt und bezahlt gleich noch einen zweiten mit. Nicht für sich selbst, sondern als nette Geste für einen Menschen, der ihn sich nicht leisten kann. Der bezahlte Kaffee wird dann später auf Nachfrage an Bedürftige von dem oder der Barista als Spende ausgegeben.

Bildquellen: © Drobot Dean - Adobe Stock
Redaktion: Sonja Glock | Melanie Herber

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