• Alternative Antriebsarten steigen in der Gunst der Autofahrer weiter
  • Skepsis vor dem Kauf gebrauchter E-Autos
  • Erhöhung der CO2-Steuer wird mehrheitlich abgelehnt

Gut ein Jahr im Kampf gegen das Coronavirus liegt hinter uns. Die Maßnahmen, die zur Eindämmung der Pandemie getroffen wurden, zielten auf alle gesellschaftlichen Bereiche. Ein zentrales Element war dabei, eine signifikante Verringerung der individuellen Mobilität zu erreichen. Jetzt, zwölf Monate nach dem ersten Lockdown, stellt sich die Frage, ob die temporären Eingriffe in das öffentliche Leben möglicherweise auch nachhaltige Veränderungen im gesellschaftlichen Mobilitätsverhalten der Post-Corona-Zeit nach sich ziehen. Für die repräsentative Autostudie 2021 haben die Demoskopen von Forsa im Auftrag der TARGOBANK zum mittlerweile sechsten Mal über 1.000 AutofahrerInnen in Deutschland befragt, um unter anderem dieser Fragestellung nachzugehen. Darüber hinaus standen im Mittelpunkt der Untersuchungen wieder die Entscheidungskriterien für den Kauf eines neuen Autos, die Einstellung zu alternativen Antriebsarten sowie die grundsätzlichen Ansichten zu aktuellen verkehrspolitischen Fragestellungen und Maßnahmen.

Alternative Antriebe weiter hoch im Kurs

Auch 2021 stehen alternative Antriebe bei den Verbrauchern weiter hoch im Kurs, wenn es um den nächsten Autokauf geht. Knapp 39 Prozent (+2) der befragten Verbraucher*innen plant den Umstieg auf einen alternativen Antrieb. Während Hybridautos unverändert stark gefragt sind (23 Prozent), wächst mittlerweile auch der Wunsch nach reinen Stromern: Waren es 2019 noch sechs und 2020 acht Prozent der Befragten, so sind es in diesem Jahr zwölf Prozent, die sich vorstellen können, einen reinen Elektroantrieb zu wählen. Die Akzeptanz der Benziner ist mit 30 Prozent nahezu unverändert (+1 Prozent i.V.z. 2020) und beim Diesel mit 12 Prozent weiter rückläufig (-2 Prozent). Dieser Wandel lässt sich auch in der Frage nach dem wesentlichen Kriterium bei der Kaufentscheidung ablesen. Hier spielt die Reichweite (31 Prozent, +5) bei der Antriebswahl erstmals die wichtigste Rolle und verdrängt damit die Anschaffungskosten auf Rang 2. Es folgen Umweltverträglichkeit mit 22 Prozent und Kraftstoffpreis mit neun Prozent.

„Wie auch in den vergangenen Jahren bleibt der Trend hin zu emissionsärmeren Antrieben stabil ansteigend. Da diese Alternativen zum Verbrenner in der Regel bei der Anschaffung kostenintensiver und noch immer nicht in wettbewerbsrelevanter Anzahl auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu finden sind, gehen wir von ansteigenden Finanzierungsanfragen aus“, sagt Markus Häring, Chef der TARGOBANK Autobank. Allerdings spiegele sich dieser Trend noch nicht auf dem Gebrauchtwagenmarkt wieder, so Häring weiter: „Wenn wir sehen, dass jeder Zweite sich nicht vorstellen kann, ein gebrauchtes E-Auto zu kaufen, muss das Hersteller und Handel zum Nachdenken bringen. Da insbesondere die Lebenszeit der Batterie bzw. deren verringerte Leistung bei Gebrauchtwagen einem Kauf entgegenstehen, könnte man beispielsweise über verlängerte Garantiezeiten oder eine Akku-Versicherung seitens der Branche nachdenken.“

Akzeptanz für Tempolimit auf Autobahnen stagniert auf hohem Niveau

Das generelle Tempolimit auf Autobahnen wurde in den vergangenen Jahren immer wieder kontrovers diskutiert. Der sich zuletzt abzeichnende Umfragetrend hin zu einem Tempolimit auf deutschen Autobahnen ist in der diesjährigen TARGOBANK Autostudie allerdings leicht rückläufig. Befürworteten 2020 noch 62 Prozent der Befragten ein generelles Tempolimit, sind es in diesem Jahr noch 58 Prozent. Um fünf Prozent angestiegen ist der Teil der Befragten, die ein solches Tempolimit grundsätzlich ablehnen (41 Prozent). Im Durchschnitt halten Befürworter eines generellen Tempolimits 135 Stundenkilometer für angemessen. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr steigt dieser Wert um fünf Stundenkilometer an.

Erhöhung der CO2-Steuer wird mehrheitlich abgelehnt

Seit Januar dieses Jahres wird der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) in den Bereichen Wärme und Verkehr bepreist. Für fossile Kraftstoffe bedeutet dies eine geschätzte Erhöhung von sieben Cent pro Liter Benzin und acht Cent pro Liter Diesel. Die Maßnahme ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung – und trifft auf breite Ablehnung der Befragten. 63 Prozent sehen in der Verteuerung eine Zumutung für Autofahrer*innen. Dem gegenüber stehen 22 Prozent, die meinen, dass die CO2-Steuer deutlicher höher sein müsse, um ernsthafte Anreize für mehr E-Mobilität zu schaffen. Aus Umweltschutzgründen halten 45 Prozent der Befragten eine grundsätzliche Erhöhung aber für angemessen.

Verändert Corona Mobilitätsverhalten der Deutschen nachhaltig?

Dass die ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie nicht nur kurzfristige, sondern möglicherweise auch längerfristige Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten der Deutschen haben, legen die Umfrageergebnisse nahe: Während 58 Prozent der Befragten keine gravierenden Veränderungen erwarten, meinen 37 Prozent, dass die Individualmobilität nach Corona anders aussehen wird. Das trifft insbesondere auf Fahrräder und E-Bikes zu. Hier können sich 32 Prozent der Befragten vorstellen, diesen Verkehrsträger zukünftig als Alternative zum Auto zu nutzen. Auch die Akzeptanz des ÖPNV hat durch Corona gelitten. Aktuell nutzen 45 Prozent der Befragten Busse und Bahnen seltener als vor der Pandemie. Und auch zukünftig halten es nur zehn Prozent der Befragten für denkbar, den ÖPNV wieder stärker zu nutzen.


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Als eine der stärksten europäischen Banken beläuft sich ihr Eigenkapital auf 51,8 Milliarden Euro und ihre CET1-Ratio lag zum 30. Juni 2021 bei 18,3 Prozent.

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