Finanzielle Gewalt gegen Frauen: Wenn Geld zur Kontrolle wird
- TARGOBANK Stiftung fördert neues Forschungs- und Transferprojekt zur Stärkung finanzieller Selbstbestimmung
- Projekt läuft bis Mai 2027 und verbindet Wissenschaft mit Praxis
- Isabelle Chevelard, Vorstandsvorsitzende der TARGOBANK Stiftung: „Als TARGOBANK Stiftung unterstützen wir finanzielle Selbstbestimmung als eine zentrale Voraussetzung für Gleichstellung.“
Düsseldorf, 2. März – Finanzielle Gewalt ist eine der am wenigsten sichtbaren Formen geschlechterspezifischer Gewalt und zugleich eine mit weitreichenden Folgen. Kontrolle über Geld, erzwungene Schulden, verhinderte Berufstätigkeit oder der systematische Entzug finanzieller Mittel führen bei vielen Frauen zu langfristiger Abhängigkeit, eingeschränkter sozialer Teilhabe und massiven wirtschaftlichen Nachteilen.
Mit dem Forschungs- und Transferprojekt „Finanzielle Gewalt sichtbar machen – Wege zur finanziellen Selbstbestimmung und sozialen Nachhaltigkeit“ nimmt das institut für finanzdienstleistungen e.V. (iff) gemeinsam mit Dr. Birgit Happel (Geldbiografien®) diese Thematik nun systematisch in den Blick. Das von der TARGOBANK Stiftung geförderte Projekt läuft von Februar 2026 bis Mai 2027. Die Stiftung setzt sich nachhaltig für finanzielle Bildung und Chancengerechtigkeit ein.
„Als TARGOBANK Stiftung unterstützen wir finanzielle Selbstbestimmung als eine zentrale Voraussetzung für Gleichstellung. Mit der Förderung dieses Projekts stärken wir die Sichtbarkeit und Erforschung eines viel zu häufig vernachlässigten Themas“, sagt Isabelle Chevelard, Vorstandsvorsitzende der TARGOBANK Stiftung. „Das Projekt verbindet Wissenschaft mit Praxis. Genau diese Kombination ist entscheidend, um Maßnahmen zu ergreifen und finanzielle Selbstbestimmung nachhaltig zu voranzubringen.“
Ziel ist es, finanzielle Gewalt wissenschaftlich fundiert aufzuarbeiten, ihre Erscheinungsformen und strukturellen Ursachen sichtbar zu machen und konkrete Präventions- und Interventionsansätze für die Praxis zu entwickeln.
„Finanzielle Gewalt bleibt häufig unsichtbar, weil sie im Alltag als private Beziehungsgestaltung erscheint. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein strukturelles Machtproblem mit erheblichen sozialen und ökonomischen Folgen“, so Dr. Sally Peters, Geschäftsführende Direktorin des iff. „Finanzielle Gewalt ist eine Extremform fehlender ökonomischer Handlungsfreiheit. Der strukturelle Machtmissbrauch entzieht Frauen systematisch Handlungsspielräume und wirtschaftliche Unabhängigkeit“, ergänzt Dr. Birgit Happel, Inhaberin des Finanzbildungsportals Geldbiografien®.
Mit dem Projekt sollen Strukturen sichtbar gemacht und praxisnahe Wege aufgezeigt werden, wie Multiplikator:innen, Beratungsstellen und politische Akteur:innen Frauen in ihrer finanziellen Selbstbestimmung unterstützen können. Im Zentrum (des Projekts) stehen qualitative Interviews und Fokusgruppen mit betroffenen oder gefährdeten Frauen, Fachkräften sowie weiteren relevanten Akteur:innen. Auf dieser Grundlage entsteht eine digitale Handreichung mit theoretischen Grundlagen, Praxisbeispielen und konkreten Handlungsempfehlungen. Ergänzend wird eine vierteilige Podcast-Reihe produziert. Die Ergebnisse werden in Online- und Präsenzworkshops diskutiert und bundesweit verbreitet.
Durch die Verbindung von Forschung, Transfer und niedrigschwelligen Medienformaten leistet das Projekt einen Beitrag dazu, finanzielle Gewalt als eigenständige Gewaltform stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, Fachpraxis zu stärken und präventive Ansätze weiterzuentwickeln.
Über das iff
Das institut für finanzdienstleistungen e.V. (iff) leistet mit Forschung und Beratung einen wichtigen Beitrag zu einem sozial verantwortlichen Finanzsystem und einer fairen Teilhabe. Das iff setzt sich seit seiner Gründung für den Zugang zu Finanzdienstleistungen ein und konzentriert sich vor allem auf finanziell verletzliche Verbraucher:innen. Auftraggeber sind Verbraucherorganisationen, Regierungsstellen, Verbände, Stiftungen, politische Akteure und Finanzdienstleister.
Mehr Informationen unter: www.iff-hamburg.de
Kontakt
Über Geldbiografien®
Geldbiografien® ist ein Portal für Finanzbildung und finanzielle Gleichstellung. Das von Dr. Birgit Happel entwickelte und markenrechtlich geschützte Konzept macht strukturelle Ungleichheiten und geschlechtsspezifische Risiken sichtbar und stärkt insbesondere Frauen in ihrer finanziellen Selbstbestimmung. Grundlage sind wissenschaftliche Analysen, Praxisbezug sowie Transfer in Beratung, Bildung und Gleichstellungsarbeit.
Mehr Informationen unter: https://www.geldbiografien.de/