„Die Bilanz der FED sieht bisher äußerst mager aus.“

Die FED steht vor einem Glaubwürdigkeitsproblem: Denn für 2020 sieht ihre Bilanz bisher äußerst mager aus. Egal was die amerikanische Notenbank in den vergangenen Monaten probierte – angefangen von der Leitzinssenkung auf Null bis zur beispiellosen Bilanzausweitung durch den Ankauf von Rentenpapieren – die Inflation ist heute niedriger als zu Beginn der Maßnahmen. Unterm Strich hat das extrem entschlossene geldpolitische Wendemanöver der FED also kaum etwas gebracht – außer eine um 40 Prozent gestiegenen Geldmenge.

Der Druck auf Notenbank-Chef Jerome Powell steigt: Er konnte heute nur betonen, am Wertpapierankaufprogramm festzuhalten und die Zinsen noch lange nicht anzuheben. Denn negative Leitzinsen hatte die FED schon länger ausgeschlossen. 

Für die Finanzmärkte ist das eine erfreuliche Nachricht, die Aktienmärkte dürften weiter haussieren, und die Rentenmärkte bleiben stabil. Doch die Ungleichgewichte werden damit nicht kleiner. Wenn die FED schon beim Inflationsziel keine Fortschritte macht, sollte sie es doch zumindest vermeiden, neue Baustellen aufzumachen. Stattdessen sorgt sie mit ihrer Politik weiterhin für massive Verzerrungen an den Finanzmärkten.

Einer dagegen dürfte sich nicht beklagen: US-Präsident Donald Trump bekommt von der FED das, was er wollte – und sogar noch mehr. Dass die Zinsen dauerhaft so niedrig bleiben würden, hätte sich wohl nicht mal er in seinen kühnsten Träumen ausgemalt. Sollte Donald Trump die Wahl im November verlieren, kann er also zumindest nicht die FED dafür verantwortlich machen.

 

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