Ein Mann mit grauen Haaren steht in einem Wald, während ein Affe auf seinem Kopf sitzt und ein weiterer Affe auf einem Ast sitzt. Der Mann trägt ein türkisfarbenes Shirt mit einem Logo und hat einen Rucksack auf. Im Hintergrund sind grüne Pflanzen und Bäume sichtbar.
Thema: Verschiedenes | Datum: 13.04.2026
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Grüße aus Senegal und Gambia

Die Vielfalt Westafrikas erleben: Ein Reisebericht aus zwei faszinierenden Länden

In unserem Format „Grüße aus…“ stellen Ihnen regelmäßig Kolleg*innen besondere Städte oder Regionen vor, die ihnen am Herzen liegen. In dieser Ausgabe berichtet uns Oliver Siegemund, Vermögensberater aus Ravensburg, von seinem Urlaub in Senegal und Gambia.

„SeneGambia“

Das Wort setzt sich zusammen aus den Namen der Länder Senegal und Gambia, die nach den jeweilig wichtigsten Flüssen benannt wurden. Eine Region, die westlich von Mali, südlich von Mauretanien und nördlich von Guinea bzw. Guinea-Bissau liegt und vielleicht nicht direkt auf jedermanns Urlaubs-Bucketliste auftaucht. Für mich: genau das richtige Ziel! Senegal kannte ich bis dato nur von der Rallye Paris-Dakar. Es ist ein Land, das versucht, sich Stück für Stück aus seiner Abhängigkeit von Frankreich zu lösen, dessen Kolonie es bis 1960 war, und einen eigenen Stolz zu etablieren.

Eine Karte von Senegal zeigt die geografischen Grenzen und wichtige Städte wie Dakar, Thiès und Kolda. Im Westen grenzt Senegal an den Atlantischen Ozean, im Norden an Mauretanien und im Osten an Mali. Die Karte hebt wichtige Regionen und Nachbarländer wie Gambia und Guinea-Bissau hervor.
Die Karte zeigt Senegal mit seiner Hauptstadt Dakar in hell eingezeichnet.

Mehr als einen Flug, ein paar Adressen und Bargeld hatte ich nicht organisiert. Lange Vorbereitungen hatte ich mir erspart, denn ich wusste, was ich sehen wollte und so landete ich an einem Nachmittag in Dakar: Eine typische afrikanische Großstadt mit pulsierendem Leben und Gewusel. Erstes Highlight in Dakar ist die Ile Gore, eine senegalesische Insel. Allein deshalb schon einen Ausflug wert, weil dort keine Autos und deutlich weniger Menschen sind. Ein Schiff bringt einen vom Hafen in ca. zehn Minuten auf die Insel, die seit 1978 auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes steht. Der Eintritt und die Überfahrt kosten ca. sechs Euro pro Person. Dort kann man das Castel, den Gouverneurspalast, das Haus der Sklaven, das Frauenmuseum und das historische Museum anschauen. Viele lokale Künstlerinnen und Künstler bieten auf der Insel ihre Kunst an. Ich finde Dakar sollte man gesehen haben, dennoch darf man keine allzu große Erwartungshaltung haben. Wer sich Kunst und Kultur an jeder Ecke erhofft, könnte enttäuscht sein.

Rund um Dakar

Eine große Statue von zwei Menschen und einem Kind, die auf einer Treppe zu sehen sind. Im Hintergrund sind weitere Besucher und Bäume sichtbar. Der Himmel ist blau mit einigen Wolken.
Monument der afrikanischen Wiedergeburt in Dakar, Senegal

Wer in Dakar ist, sollte sich die große Bronzestatue „Monument der afrikanischen Wiedergeburt“ ansehen. Obwohl sie innerhalb der Stadt liegt, braucht man 20-30 Min. dorthin, je nach dem wo man sich in der Stadt aufhält. Man kommt gut mit den, im Stadtbild leicht zu erkennenden, Taxi Brousse dorthin. Taxi Brousse, zu Deutsch „Busch-Taxis“, sind Sammeltaxen, die meist erst losfahren, wenn alle Plätze des Fahrzeugs belegt sind. Eine gängige Art und Weise der Fortbewegung in Senegal. Angekommen bei der Statue wird man mit einer tollen Aussicht auf den Atlantik und die Stadt belohnt.

Von Dakar aus ging es weiter nach Toubakouta mit dem Bus, der bis nach Banjul, der Hauptstadt Gambias, fährt. Die Stadt Toubakouta ist für tolle Ausflüge mit dem Boot in die Mangrovenwälder und auf die Shell Island bekannt. Die Shell Island ist eine Insel, die komplett aus Muscheln besteht und auf der viele verschiedene Wasservögel leben. Am selben Abend noch nahm ich an einer solchen Bootstour durch die Mangroven teil und fotografierte dort verschiedene Vögel, wie Reiher und Tölpel. Sie nutzen dieses Habitat zur Jagd. An den Wurzeln der Mangrovenbäume sind oft Austern zu finden, die dann auf dem Boot zum Essen gekocht wurden. Davon hatte ich dann auch noch etwas am nächsten Tag.

Ein weiteres Highlight ist für mich der Lions Walk im Fathala Park. Den kann man für ca. 40 Euro buchen. Für eine Stunde konnte ich den Löwen hier sehr nah kommen. Sie wurden mit dem Stock, den ich in der Hand halte, aufgezogen und sehen in dem Menschen, der den Stock hält, einen Ranghöheren ihres Rudels.

Von dort aus brachte mich ein privates Taxi an die Grenze nach Gambia.

Weiterreise nach Gambia

Die Einreise nach Gambia dauerte ca. 30 Minuten und verlief problemlos. Ein Taxi brachte mich zum Gambiafluss und mit der Fähre ging es nach Banjul, der Hauptstadt von Gambia.

Ein unscharfes Bild eines Tieres, das einen langen, pelzigen Schwanz hat. Eine Hand eines Menschen berührt sanft das Tier. Der Hintergrund ist unscharf.
Temminck-Stummelaffe im Bijilo Monkey Park, Gambia

Gambia ist ein tolles Urlaubsziel für Menschen, die an Tieren und ihrem Leben in der freien Natur interessiert sind. Ich habe dort Krokodile gestreichelt und einen Wald voller Affen erkundet, in dem sich mir sogar Schlangen und andere Reptilien genähert haben. Etwas im Landesinneren habe ich Nilpferde und Schimpansen gesehen. Die Bandbreite ist groß! Die Strände sind, sofern touristisch, gepflegt und sauber.

In Gambia habe ich in Bakau, einem Ort westlich von Banjul, übernachtet. Zum einen ist es dort teilweise sehr günstig, zum anderen hatte ich es nicht weit zu den verschiedenen Attraktionen, wie zum Beispiel zum Crocodile Pool. Das ist eine private Anlage mit einem kleinen Museum und einem Tümpel mit freilebenden Krokodilen. Die kommen gerne zum Vorschein, wenn sie morgens mit Fischen gefüttert werden. Für einen Euro Eintritt kann man sich dort diese tollen Tiere aus nächster Nähe anschauen und Fotos machen. Wer mag, darf sie sogar streicheln. Bibi ist einer der Angestellten und er erzählt einem alles, was man zu den Reptilien gern wissen möchte. Ich war öfters dort und traute mich dann auch dösende Krokodile zum Aufstehen und Laufen zu bekommen.

Eine Gruppe von Menschen steht an einem Strand in der Nähe eines farbenfrohen Fischerbootes. Der Himmel ist bewölkt und neblig, während die Wellen sanft gegen den Strand schlagen. Im Hintergrund sind Bäume und einige Personen zu sehen, die am Ufer spazieren.
Fischer kommen bei Abené (Senegal) mit ihrem Fang zum Strand zurück. Die Boote sind typisch für Westafrika. Sie sind meist sehr farbenfroh bemalt.

Die Verständigung in den beiden Ländern

Die meisten Gambianerinnen und Gambianer sprechen Mandinka. Außerdem wird Bambara von über 20 % der Menschen gesprochen und Fulfulde mit 15 %. Die offizielle Amtssprache ist seit der britischen Kolonialbesetzung Englisch und damit kann man sich gut zurechtfinden.

In Senegal macht das Volk Wolof ungefähr 40 % der Bevölkerung aus. Ihre Sprache, Wolof, gilt als Muttersprache und wird seit der Kolonialherrschaft durch Frankreich mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Die offizielle Amtssprache für den Senegal ist Französisch. Darüber hinaus sprechen sprechen 20 % der Menschen hier auch Fulfulde. Darüber hinaus gibt es noch weitere Sprachen und Dialekte, die in den beiden Ländern verbreitet sind.

Von Streetfood bis Restaurants ist alles dabei

Da sowohl Senegal als auch Gambia muslimisch geprägt sind, gibt es kein Schweinefleisch. Das Essen ist relativ preiswert. Für ca. fünf Euro wird man gut satt – ob man nun ein klassisches Gericht versucht oder doch lieber internationales Fastfood. Ich habe meist erst abends eine richtige Mahlzeit zu mir genommen. Den Rest des Tages habe ich vor allem getrunken. Von Bakau bin ich entweder zu Fuß in die Nähe der amerikanischen Botschaft in Banjul gelaufen oder mit dem Bus dorthin gefahren. In dem Viertel gibt es Lebensmittelgeschäfte, aber auch Restaurants mit unterschiedlichen Angeboten, sodass man eine gute Auswahl hat. Abends bin ich dann meist zu Fuß wieder zurückgelaufen und habe mir an einem Stand noch Mangoscheiben für den Weg gekauft.

Mein Fazit

Gambia und Senegal sind tolle Länder, die einem einen einfachen Einstieg in das Reisen durch Westafrika ermöglichen. Es ist sicher, auch abends. Gambia ist preisgünstig und ein sehr kleines Land, sodass man sehr viel auf engem Raum anschauen kann. Die offizielle Sprache ist Englisch, was die Kommunikation erleichtert. Senegal bietet mehr Fläche zum Erkunden und die Insel Ile Gore ist definitiv ein Highlight. Die Menschen sind ausgesprochen freundlich. Ich kann nur alle Interessierte dazu ermutigen, Senegal und Gambia mit auf die Reiseliste aufzunehmen!

Bildquellen: Oliver Siegemund, © Wikimedia
Redaktion: Mathilda Lehnigk

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