
Grüße aus… Laos
Ehrenamt in Laos – Mehr als nur ein Reiseziel
„Die Arbeit war super und der Kontakt mit Menschen aus verschiedenen Kulturen war sehr lehrreich.“ berichtet Leo Hoerter aus dem Bereich Corporate Banking.
In unserem Format „Grüße aus…“ stellen Ihnen regelmäßig Kolleg*innen besondere Städte oder Regionen vor, die ihnen am Herzen liegen. In dieser Ausgabe berichtet uns Leo Hoerter aus dem Bereich Corporate Banking seine Erfahrungen während seiner Zeit als Entwicklungshelfer in Laos.
Mir lag es schon immer am Herzen, mich für andere Menschen einzusetzen. Als ich in Luxemburg gearbeitet habe, hatte ich Freunde, die in der Entwicklungshilfe tätig waren, und da war mir klar: Ich möchte auch aktiv werden! Und so kam es, dass ich mich 2023 im Rahmen eines Freiwilligenjahres in Laos engagierte.

Ein paar Fakten zu Laos: Das Land befindet sich in der tropischen Zone. Das heißt, die meiste Zeit des Jahres ist es sehr warm und es herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit. Besonders am Ende der Monsunzeit, im Oktober, kommt es regelmäßig zu Überflutungen. Die sind auch wegen des Klimawandels leider keine Seltenheit. Eine Woche lang bestand meine Arbeit bei der Entwicklungshilfe der Caritas darin, betroffene Gebiete zu besuchen und den Schaden zu schätzen, um angemessene Hilfe zu leisten. Zum Beispiel habe ich auch beim Bau einer neuen Brücke (rechts) unterstützt, so dass die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner leichter an ihre Felder kommen. Das mag man ausgehend von diesem Bild kaum glauben, da der Fluss selbst nicht zu sehen ist, aber in der Regenzeit erhöht sich der Spiegel des Flusses bis über die alte, hölzerne Brücke. Ich habe aber auch viele andere Tätigkeiten übernommen. Obwohl ich als Vertreter der Caritas an vielen Sitzungen teilgenommen habe, die auf Englisch stattfanden, bin ich froh, dass ich auch Laotisch gelernt habe, denn dadurch konnte ich auch das Vertrauen der Laotinnen und Laoten gewinnen und ihnen noch besser helfen.
Das laotische Neujahr

Neben meiner ehrenamtlichen Tätigkeit hatte ich aber auch viele Gelegenheiten, Land und Leute kennenzulernen. Die laotische Kultur würde ich als eine sehr bunte Kultur beschreiben. Sichtbar wird das vor allem beim laotischen Neujahr, welches Mitte April stattfindet. Anlässlich dessen werden Paraden veranstaltet und die Tempel geschmückt. Zudem trägt man in dieser Zeit überall auf den Straßen, in den Geschäften und sogar im Büro Hawaiihemden. Da diese Jahreszeit die heißeste und zugleich die trockenste überhaupt ist, gilt das Neujahr auch als Wasserfest, weil sich die Menschen dort auf den Straßen mit Wasser bespritzen.

Die unvergesslichen Landschaften Laos
In der ehemaligen Hauptstadt Louang Prabang befinden sich nicht nur sehr lebendige Traditionen, sondern auch einige der schönsten Wasserfälle des Landes. In manchen Becken des idyllischen Wasserfalls That Kouang Si darf man sogar baden, was nach der Monsunzeit am schönsten ist, da besonders viel Wasser runterfließt. Auch der Mekong begeistert mit seiner Schönheit: Der große Fluss, der die Grenze zwischen Thailand und Laos bildet verbindet alle größeren Städte. Obwohl das Land keinen Zugang zur offenen See hat, beherbergt Laos im Fluss Mekong viele Inseln an der Grenze zur Kambodscha. Dort liegt das Gebiet der „4.000 Inseln“. In diesem Gebiet ist der Mekong nicht von Schiffen befahrbar, weil sich zwischen den Inseln viele Wasserfälle befinden. Auf den Inseln gibt es viele Kokosnussbäume, einige Gebäude aus der französischen Herrschaftszeit und kaum Verkehr. Ein toller Ort zum Entspannen.
Große Teile des Landes sind mit Dschungel bedeckt, da empfehle ich mit lokalen Führerinnen und Führern hinzugehen, da die Wege üblicherweise nicht ausgezeichnet sind. Es gibt auch offizielle Rennen, die durch den Regenwald führen. Zu der Landschaft von Laos gehören auch die wahnsinnig großen Reisfelder, welche die Bedeutung von Reis in der laotischen Kultur zeigen. Der Reis wird vor allem in den Tälern in Reisterrassen angebaut. Im Sommer sind die Terrassen dann hellgrün, wodurch sich sehr schöne Landschaften bilden.
Religion und Esskultur der Laoten
In Laos ist der Buddhismus die Hauptreligion. Sehr empfehlenswert ist es daher, sich die buddhistischen Tempel anzusehen. Die Laotinnen und Laoten sind allgemein fromme Buddhisten und freuen sich, wenn Besucherinnen und Besucher sich für ihre Religion interessieren. Wer es schafft, morgens vor 5 Uhr aufzustehen, darf den Mönchen, die Runden in ihren Vierteln laufen, mit unterschiedlichsten Gaben unterstützten. Als Almen verschenkt man hauptsächlich Klebreis und Süßigkeiten. Man darf jeden Tempel betreten und so viele Fotos machen, wie man möchte. Dabei gelten einige Regeln: Schuhe sollten ausgezogen werden und die Schultern und Beine bis zu den Knien bedeckt werden.
Da ich mich für traditionelle Kleidung sehr begeistere, trug ich natürlich zu jeder möglichen Gelegenheit mein lokales Hemd. Womit wir zu einer weitere laotischen Besonderheit kommen: Die Textilkultur. Sie ist besonders vielfältig. Das ergibt sich dadurch, dass Laos ein Mehrvölkerstaat ist und jede Völkergruppe ihren eigenen Stil bewahrt. Es ist ein Land, das seine Traditionen gut erhalten hat. Vor allem in der ehemaligen Hauptstadt Louang Prabang ist davon noch viel zu sehen.
Eine weitere Empfehlung ist das laotische Essen – immer frisch, lecker, günstig und überall vorhanden. Man muss sich nur daran gewöhnen, jeden Tag Reis zu essen.
Meine Favoriten: gegrillter Fisch, das Hühnerfleisch, Mango mit Klebereis und Nudelsuppen. Für Reisende ist allerdings Achtung geboten, da die Laotinnen und Laoten sehr scharfe oder bittere Gerichte lieben. Auch die lokale Kaffee- und Teeproduktion ist hervorragend.
Laos ist eine Reise mehr als wert
Für mich ist eine Reise nach Laos eine absolute Bereicherung gewesen. Viele verschiedene Kulturen kennenzulernen mit dem Bonus atemberaubende Natur zu erleben hat mich nachhaltig begeistert. Ich freue mich als ehemaliger Mithelfer in der Entwicklungshilfe mitzuverfolgen, wie sich das Land weiterentwickelt. Ich kann nur jedem empfehlen, Laos als Ziel in die eigene Reiseliste mit aufzunehmen.












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