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Den Weltspartag Ende Oktober kennen vermutlich alle, die in ihrer Kindheit regelmäßig ihr Sparschwein gefüttert – und geschlachtet haben. Aber was hat es mit dem Tag des Spendens, dem Tag der Aktie oder dem Steuerzahler-Gedenktag auf sich? Ein kleiner Jahreskalender mit besonderen Tagen, an denen sich viel ums Geld dreht.

Weltspartag: 31. Oktober 2020

Wer kennt ihn nicht: den Weltspartag?! In Deutschland wird er am letzten Werktag des Oktobers begangen, 2020 ist dies der 31. Oktober. Seit seiner Einführung 1924 haben Generationen von Bankkunden als Kind an diesem Tag zum ersten Mal das eigene Sparbuch in den Händen gehalten – und den Inhalt ihres Sparschweins darauf eingezahlt. Der Weltspartag ist aber nicht nur bei Kindern beliebt: Den Eltern gefällt, dass Kinder motiviert werden, „vernünftig“ mit Geld und mit ihren Wünschen umzugehen. Denn wer lernt zu sparen, schafft gute Voraussetzungen, sich später einen größeren Wunsch selbst erfüllen zu können.

Tag des Spendens: 1. Dezember 2020

Wenn es einen Tag des Sparens gibt, warum sollte es nicht umgekehrt auch einen Tag des Geldausgebens – genauer: einen Tag des Spendens geben? Seit 2012 gibt es ihn tatsächlich, bislang ist der „Giving Tuesday“ vor allem in seinem Ursprungsland USA bekannt. Die Idee: Wer keine größeren finanziellen Nöte kennt, soll an diesem Tag etwas für die tun, denen es materiell weniger gut geht. Der Tag knüpft geistig und terminlich an Thanksgiving – das amerikanische Erntedankfest – an. Er wird daher immer an dem auf Thanksgiving (26.11.) folgenden Dienstag begangen. Allmählich wird der Giving Tuesday, der 2020 auf den 1. Dezember fällt, auch in Deutschland immer bekannter.

Weltfondstag: 19. April

Der Weltfondstag findet ebenfalls im Frühjahr, und zwar alljährlich am 19. April statt. Es ist der Geburtstag des Amsterdamer Kaufmanns Abraham van Ketwich, der als „Erfinder“ des Aktienfonds gilt – und dies bereits im 18. Jahrhundert. Seit dieser Zeit haben sich Fonds immer wieder als profitables Investment mit eingebauter Risikostreuung bewährt. Den Weltfondstag haben Fondsgesellschaften initiiert, um diese Idee noch weiter zu verbreiten. Um in Fonds zu investieren – und das sogar ohne Ausgabeaufschlag zahlen zu müssen –, muss man aber nicht bis zum Weltfondstag warten.

Steuerzahler-Gedenktag

Es gibt auch „bewegliche“ Finanz-Gedenktage, deren Datum nicht von vornherein feststeht – etwa den Steuerzahler-Gedenktag. Die Idee dahinter: Zu Beginn des Jahres zahlt man vom Bruttolohn erst einmal Tag für Tag alle Steuern und Abgaben, bis diese komplett abgegolten sind. Erst nach diesem Stichtag, so der Gedanke, wirtschafte man in die eigene Tasche. Ausgedacht hat sich das der Steuerzahlerbund, um zu kritisieren, dass die berechnete durchschnittliche Steuer- und Abgabelast mit insgesamt über 50 Prozent viel zu hoch sei. Der Stichtag liegt daher immer erst nach der Jahresmitte, 2020 war es der 9. Juli. Allerdings ist die Berechnungsmethode für den Steuerzahler-Gedenktag nicht ganz unumstritten: Während Steuerarten, die viele Bürger gar nicht betreffen, mitgerechnet würden, fielen staatliche Leistungen, wie das Kindergeld, gar nicht ins Kalkül.