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Jahr für Jahr erlässt der Gesetzgeber zahlreiche Neuerungen, über die man informiert sein sollte. Einige wichtige Änderungen für 2022 haben wir hier zusammengefasst.

Neue Regelungen können oft einen direkten Einfluss auf Ihren Geldbeutel haben. Schon deshalb lohnt sich der Blick in diese Übersicht…

Im Überblick – wichtige Änderungen 2022
  1. 1. Familien werden stärker entlastet

    Das Familienentlastungsgesetz sorgt für weitere steuerliche Erleichterungen für Familien. So steigt der Grundfreibetrag 2022 weiter an und liegt bei 9.984 Euro.
    Der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen wird ebenfalls
    angehoben, denn dessen Höhe orientiert sich am steuerlichen Existenzminimum.

  2. 2. EEG-Umlage wird deutlich reduziert

    Die EEG-Umlage wird zum Ausbau der Erneuerbaren Energien erhoben. 2022 sinkt sie von 6,5 auf 3,723 Cent pro Kilowattstunde Strom. Dies entspricht einer Reduzierung um rund 43 Prozent. „Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht für private Haushalte und für die Wirtschaft“, erklärt Lang, Chefvolkswirt der TARGOBANK. Allerdings bedeutet dies wohl keine Senkung des Energiepreises. Die EEG-Umlage ist nur ein Bestandteil der steigenden Strompreise.

  3. 3. Mindestlohn, Rente, Vorabpauschale

    Der Mindestlohn steigt zum 1. Januar von 9,60 € auf 9,82 €. Ab dem 1. Juli müssen mindestens 10,45 € gezahlt werden. Außerdem steigt der Regelsatz für das Arbeitslosengeld II für Alleinstehende um drei Euro auf 449 € an. Und auch die Rente soll voraussichtlich im nächsten Jahr steigen – etwa fünf Prozent ab Juli 2022.

  4. 4. Autoversicherungen: Neueinstufung der Typklassen

    Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berechnet hat, sind 2022 die Halter*innen von rund elf Millionen Autos in Deutschland in der
    Kfz-Haftpflichtversicherung von einer Änderung der Typklasse betroffen.

  5. 5. Auszubildende erhalten mehr

    Das Mindestausbildungsgehalt im ersten Lehrjahr steigt zum 1. Januar
    von 550 € auf 585 € an. Auszubildende im zweiten Ausbildungsjahr
    erhalten 18 % mehr, im dritten 35 % mehr und im vierten 40 %.

  6. 6. Porto bei der Deutschen Post wird teurer

    Die Deutsche Post gab bekannt, dass die verschiedenen Briefprodukte um jeweils fünf Cent teurer werden. Ein Standardbrief kostet dann 85 Cent, ein Kompaktbrief einen Euro. Die Portoanhebung begründete die Deutsche Post mit höheren Kosten bei sinkenden Sendungsmengen.

  7. 7. Vorabpauschale für 2022 entfällt

    Die Vorabpauschale besteuert die Gewinne aus Fondsanlagen, die sonst erst bei der Veräußerung besteuert wurden. Aufgrund des negativen Basiszinses von -0,45 % gemäß Bundesbank, wird die Vorabpauschale im Jahr 2022 entfallen. Somit führen die Depotbanken 2022 keine Kapitalertragsteuern gemäß Vorabpauschalen-Regelung
    ab. Verbraucher*innen brauchen sich am Ende dieses Jahres bei der Steuererklärung
    also keine Gedanken darüber zu machen.

Ein Tipp zum Schluss: Was sollte man jetzt vor dem Jahreswechsel noch erledigen sollte:

Wenn Sie zum Beispiel Geld angelegt haben, sollten Sie wie jedes Jahr zum Jahresende Ihre Freistellungsaufträge prüfen. Wer Immobilien besitzt, sollte außerdem die Möglichkeiten zur Sondertilgung checken. Die kann nämlich nicht auf Folgejahre verschoben werden. Wenn Sie eine Riester-Rente abgeschlossen haben, sollten Sie nachrechnen, ob Sie im laufenden Jahr vier Prozent Ihres Bruttoeinkommens aus dem Vorjahr in den Vertrag eingezahlt haben und dann gegebenenfalls Fehlbeträge bis Ende Dezember nachzahlen. Denn nur dann bekommen Sie die vollen staatlichen Zulagen. Bis zum 15. Dezember 2021 können Sie zudem noch eine Verlustbescheinigung bei Ihrer Bank anfordern, um mögliche Verluste mit Gewinnen in anderen Instituten zu verrechnen. Fallen Gewinne und Verluste auf ein und demselben Konto/Depot an, verrechnet das die Bank und überträgt darüber hinausgehende Verluste auch ins neue Jahr.