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Familien, Rentner und Arbeitnehmer – unterm Strich bringt 2021 für fast alle mehr Geld. Jahr für Jahr erlässt der Gesetzgeber zahlreiche Neuerungen, über die man informiert sein sollte. Einige wichtige Änderungen für 2021 haben wir hier zusammengefasst.

Neue Regelungen können oft einen direkten Einfluss auf Ihren Geldbeutel haben. Schon deshalb lohnt sich der Blick in diese Übersicht…

Im Überblick – wichtige Änderungen 2021
  1. 1. Familien werden stärker entlastet

    Vor allem Eltern werden 2021 finanziell mehr entlastet. Zum einen steigt das monatliche Kindergeld pro Kind um 15 Euro. Gleichzeitig wird auch der Kinderfreibetrag für Elternpaare angehoben. Außerdem steigt der steuerliche Grundfreibetrag. Das ist dann nicht nur für Familien eine Entlastung, sondern auch für Geringverdiener.

  2. 2. Solidaritätszuschlag wird für die meisten Steuerzahler abgeschafft

    Ab dem ersten Januar fällt der Solidaritätszuschlag für rund 90 Prozent der Steuerzahler komplett weg. Singles mit einem Jahresbruttoeinkommen von bis zu 73.000 Euro müssen die Abgabe dann nicht mehr zahlen, für ein Ehepaar mit zwei Kindern liegt die Grenze bei 151.000 Euro brutto. Nur die zehn Prozent Topverdiener müssen den Zuschlag teilweise oder voll weiter zahlen.

  3. 3. Mindestlohns und Grundsicherung steigen weiter

    Der Mindestlohn von aktuell 9,35 Euro wird stufenweise angehoben. Die erste Erhöhung auf 9,50 Euro kommt direkt zum 1. Januar. Ab Juli kommen dann noch einmal 10 Cent dazu. Und die beiden letzten Stufen stehen für 2022 auf dem Plan. Aber auch wer keinen Job hat und von der Grundsicherung lebt, wird etwas mehr Geld in der Tasche haben. Denn der Regelsatz beispielsweise für Alleinstehende steigt um 14 Euro. Der Satz für Jugendliche wird sogar um 45 Euro angehoben.

  4. 4. Die Grundrente wird eingeführt

    Grundsätzlich kann die Grundrente als Rentenzuschlag verstanden werden, der zusätzlich zur normalen Rente gezahlt wird. Wer viele Jahre nur wenig in die Rentenkasse eingezahlt hat, bekam bisher auch nur eine niedrige Rente. Diese lag teilweise noch unter dem Niveau von Hartz IV. Mit der Grundrente sollen Rentner in Deutschland ab dem ersten Januar 2021 so viel Geld bekommen, dass sie mit ihrem monatlichen Einkommen über dieser Grundsicherung liegen. Etwa 1,3 Millionen Senioren werden diese Grundrente bekommen, die bis zu 400 Euro betragen kann. Im Schnitt werden es aber rund 75 Euro sein

  5. 5. Die CO2-Steuer kommt

    Ab 2021 müssen Unternehmen, die mit Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel handeln, eine Abgabe in Höhe von 25 Euro pro Tonne CO2 zahlen. Das werden sie voraussichtlich an die Verbraucher weitergeben. Der ADAC geht von sieben bis acht Cent aus, die ein Liter Diesel oder Benzin dann mehr kosten wird. Der Grund für diese Abgabe ist ein Gesetz für mehr Klimaschutz, das unter anderem darauf abzielt, fossile Brenn- und Kraftstoffe weniger attraktiv zu machen und zum Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen anzuregen.

     

    Teil des Klimapakets der Bundesregierung ist auch eine Reform der Kfz-Steuer. Für Autos mit hohem Spritverbrauch und entsprechend hohem CO2-Ausstoß werden ab Januar 2021 deutlich höhere Abgaben fällig. Halter von E-Autos müssen auch 2021 keine Kfz-Steuer zahlen.

  6. 6. Der Umweltschutz wird gefördert

    Zum Schutz der Meere und der Umwelt sind bestimmte Plastik- und Styroporgegenstände, für die es bereits bessere Alternativen gibt, ab dem 3. Juli 2021 in allen EU-Mitgliedsstaaten verboten. Wattestäbchen, Besteck, Teller, Trinkhalme, Rührstäbchen und Luftballonstäbe aus Kunststoff sowie To-go-Getränkebecher, Fast-Food-Verpackungen und Wegwerf-Essensbehälter aus Styropor sind künftig nicht mehr erlaubt.

     

Ein Tipp zum Schluss: Was sollte man jetzt vor dem Jahreswechsel noch erledigen sollte:

Wenn Sie zum Beispiel Geld angelegt haben, sollten Sie wie jedes Jahr zum Jahresende Ihre Freistellungsaufträge prüfen. Immobilienbesitzer sollten außerdem ihre Möglichkeiten zur Sondertilgung checken. Die kann nämlich nicht auf Folgejahre verschoben werden. Wenn Sie eine Riester-Rente abgeschlossen haben, sollten Sie nachrechnen, ob Sie im laufenden Jahr vier Prozent Ihres Bruttoeinkommens aus dem Vorjahr in den Vertrag eingezahlt haben und dann gegebenenfalls Fehlbeträge bis Ende Dezember nachzahlen. Denn nur dann bekommen Sie die vollen staatlichen Zulagen.